HANNOVER (Kestner-Gesellschaft):

„Sugal“

Die Kestner-Gesellschaft beginnt das neue Ausstellungsjahr, das erste unter der Regie von Wieland Schmied, verheißungsvoll mit dem Japaner Kumi Sugai. Der Maler ist 1952 nach Paris gekommen und In Paris geblieben. Die ersten Bilder, 1952 und 1953, „Frau und Vogel“, „Die Katze“, „Das Gesicht“: man staunt, wie leicht es ihm fällt, sich zu akklimatisieren. Man spürt Dubuffet und Max Ernst, ein weicher, lyrischer, liebenswürdiger Surrealismus. Bevor er sich daran verliert, besinnt sich Sugai auf seine Herkunft, die japanische Tradition. Die Formen werden größer und einfacher, Sichel, Kreis zwischen zwei gekrümmten Balken, drei ineinander verschlungene Kreise. Der Ballast des Gegenständlichen wird abgeworfen. Die Bilder heißen „Wolke“, „Hohe See“, „Samurai“. Dazu eine Serie von Teufelsbildern, Roter und Schlafender Teufel, Krallen, Spuren, Schreibheft des Teufels. Sugai besitzt den Fundus von Zeichen und Symbolen, um die sich zahllose westliche Maler bei Ihrem Flirt mit Ostasien vergeblich bemühen. Neben den Gemälden ist auch die Druckgraphik ausgestellt – bis zum 20. Oktober.

MÜNCHEN (Galerie Günther Franke):

„Nay“

Günther Franke ist zur Feier des vierzigjährigen Bestehens seiner Galerie aus der Stuck-Villa ausgezogen, dieser monströsen Architektur, mit der die hier gebotene Kunst so wirkungsvoll kontrastierte. Die neuen Räume liegen in der Prinzregenfenstraße 50 („Hier lebte und wirkte der Dichter Frank Wedekind die letzten zehn Jahre seines Lebens“). Die kleineren Ausstellungen werden weiterhin in der Filiale am Wittelsbacher Platz, im Arco-Palais, stattfinden. Zur Eröffnung der neuen Galerie bringt Günther Franke den Maler, für den er sich von Anfang an eingesetzt hat, schon vor 1945, und der unter allen von ihm protegierten Künstlern – nach Beckmann – an der Spitze steht: Ernst Wilhelm Nay. Es sind seine neuesten Bilder, von denen man bisher nur einzelne Proben gesehen hat, 21 Gemälde von 1963. „Ihre starke Mitfeilungskraff“, schreibt Werner Haftmann im Katalog, „liegt in der geistigen Energie, mit der sich die Person im Formgefüge wieder anwesend macht.“ Die Ausstellung dauert bis – Ende Oktober.

WUPPERTAL (Kunst- und Museumsverein):