K. H.: „Schmale Gesprächsbasis“, ZEIT Nr. 40

Die Liberalen Studenten wissen sehr wohl, daß die LDPD seit mehr als einem Jahrzehnt auf jede eigenständige liberale Politik in der DDR verzichtet hat und ihre Aufgabe lediglich darin sieht, die letzten Reste des Bürgertums „dem umfassenden Aufbau des Sozialismus“ zuzuführen.

Das unlängst in Gießen von Mitgliedern des LSD, der Jungdemokraten und der FDP mit Politikern der LDPD geführte Gespräch, das als Fortsetzung des 1956 von den FDP-Politikern Mende, Döring und Scheel vereinbarten Gedankenaustausches betrachtet werden kann, war dann auch nicht dazu bestimmt, nach Relikten längst verlorener weltanschaulicher Gemeinsamkeit zu forschen.

Das Gießener Gespräch sollte einen Beitrag zur Überwindung des toten Punktes in der Diskussion der Deutschlandfrage darstellen. Es sollte auch beweisen, daß man trotz aller Gegensätzlichkeit der Standpunkte miteinander sprechen kann und muß. Klaus Horn, Wehrda