"So muß man Chruschtschow glauben, daß die Hauptschuldigen der Erzeuger, der Verbraucher und der... Dünger sind?"

Dr. Hans Kroll räumt ein, daß der russische Bauer heutzutage nicht mehr an sich selbst zuletzt und an Schweine und Kühe und Äcker zuerst denkt. Es sei aber doch mit einem besseren Lebensstandard auch der Brotverbrauch gestiegen, wobei wiederum zu bedenken sei, daß viele Spezialitäten der russischen Küche auf Mehlbasis hergestellt würden. Besonders problematisch sei aber die Sorge um den Dünger.

"Deshalb sind die Sowjets wohl auch besonders am Bau chemischer Betriebe durch die deutsche Industrie interessiert?"

"Ja! Chruschtschow hat mit mir vor Jahren einmal davon gesprochen. Ich habe damals die Möglichkeiten unserer Industrie erkundet. Heute arbeiten bereits chemische Fabriken, die von Unternehmen aus der Bundesrepublik eingerichtet wurden, zur vollen Zufriedenheit der Sowjets."

"Auf seinen Fahrten durch die Sowjetrepubliken und durch die Satellitenstaaten, aber auch bei Besuchen in der westlichen Welt, interessiert sich Nikita Chruschtschow immer besonders für die Landwirtschaft. Ein Maisfeld – ‚Wurst um Halm‘ – kann ihn mehr entzücken als eine Panzerparade. Versteht der Kreml-Chef etwas von Ackerbau und Viehzucht?"

"Unbedingt... Das hat er von der Pike auf gelernt, erst als Hütejunge, später als Spezialist unter Stalin."

"Auf dem Gebiete der Landwirtschaft und der Ernährung hat er seinem Volk die größten Versprechungen gemacht, so daß sein Prestige durch die aktuelle Krisenlage nicht gerade steigen dürfte."