"Dies Eingeständnis der Schwäche beweist aber auch seine Stärke. Er kann es sich leisten, vor seinem Volk die gegenwärtigen Schwierigkeiten und die Geschäfte mit den Kapitalisten zuzugeben."

"Wäre das bei Stalin anders gewesen?"

"Ganz gewiß. Damals hätten die Leute, wie es geschehen ist, hungern müssen, ohne klagen zu dürfen."

"Wenn man erfährt, daß von den sowjetischen Weizenkäufen in Kanada eine ansehnliche Portion gleich nach Kuba verschifft wird, liegt die Überlegung nahe, daß die Russen auch die Versorgungslücken anderer Ostblockländer füllen müssen, wozu China freilich nicht mehr gehöht."

Da gibt "unser Mann in Moskau", der durch die Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand katapultiert würde, zu bedenken, ob nicht sogar die Sowjets den Chinesen, die auch auf weltweiter Nahrungssuche sind, das Getreide vor der Nase wegkaufen wollen.

"Herr Botschafter, wenn Sie auf den bundesdeutschen Mehlsäcken säßen und zu bestimmen hätten, ob das Rußland-Geschäft gemacht werden soll: wie würde Ihre Entscheidung aussehen?"

Bei dieser Frage zeigt sich, daß der Diplomat, der für seine freimütigen Äußerungen früher manchen Ärger eingehandelt hat, sich in Konrad Adenauers letzten Regierungstagen nicht in einen Gegensatz zum Bundeskanzler drängen lassen möchte.