Nun sitzt Otto Stalmann in seiner kargen Duisdorfer Kasernenstube an einem unrepräsentativen Schreibtisch, an dem sich die Wellen eines agrarpolitischen Zweifrontenkrieges brechen: vom Westen die Hähnchen, gen Osten das Mehl.

"Herr Dr. Stalmann, bei den anderen kaufen die Russen Getreide, von uns möchten sie Mehl – 300 000 Tonnen."

"Das wären etwa 400 000 Tonnen Getreide."

"Wäre ein Mehlgeschäft für uns günstiger als ein Getreideabschluß?"

"Gewiß, denn dabei könnte unsere nicht voll ausgelastete Mühlenkapazität ausgenutzt werden."

"Hat die Regierung eine Möglichkeit, diesen Abschluß zu verhindern"

Ministerialdirektor Stalmann verliest den § 7 des Außenwirtschaftsgesetzes: "Ausfuhrbeschränkungen sind für den Fall möglich, wenn die allgemeine Interessenlage der Bundesrepublik erheblich berührt wird."