Nerven aus Draht

Im Chirurgischen Institut der Sowjetischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften wurden vor einiger Zeit Hunde vorgeführt, bei denen Gesäß-, Vagus- und Kehlkopfnerven durch Metalldrähte ersetzt worden waren. Die Tiere bewegten sich ungehindert, sie setzten sich, legten sich hin und verhielten sich in keiner Weise anders als ihre Artgenossen, die noch ihre natürlichen Nerven besaßen.

Der Entwicklung von Nervenprothesen aus Tantal widmet sich Professor B. W. Ognew, der Leiter des medizinischen Fortbildungsinstitutes in Moskau seit über zwei Jahren. Für die Chirurgie ergeben sich aus Ognews Versuchen neue Heilmethoden: Besonders in Fällen, bei denen durch eine Nervenverletzung Lähmungen an Organen auftreten, kann eine Tantal-Prothese zur Wiederbelebung und Gesundung führen. Kürzlich sind in einer Leningrader Klinik zum erstenmal auch Menschen derartige Drahtnerven eingepflanzt worden.

Schluß mit dem Schaum?

Versuche zur Gewinnung neuartiger synthetischer Verbindungen für Waschmittel, die jedoch im Gegensatz zu den bisher verwendeten Detergentien sehr schnell durch natürliche biologische Zersetzung abgebaut werden, unterteilmen gegenwärtig Wissenschaftler der Esso Research and Engineering Company.

Durch Bestrahlung mit stark ionisierenden Gammastrahlen entsteht aus Erdölgrundstoffen die Verbindung Natrium-Alkan-Sulfonat, die eine ebenso starke Reinigungskraft hat wie ein synthetisches Waschmittel und sich im Abwasser genauso schnell zersetzt wie Seife.

Heute sind 80 Prozent aller gebräuchlichen Waschmittel synthetische Detergentien, die nur sehr langsam abgebaut werden. Die Folge davon ist Schaumbildung auf den Flußläufen und Seen und in einigen Gebieten sogar Verschmutzung des Trinkwassers.