Fanfarenklänge auf dem Boulevard Hausmann in Paris. „Treten Sie näher! Kommen Sie nur heran!“ rief eine Stimme. Zum erstenmal sprengte die Mode die Schaufenster der Großstadt. Das Warenhaus „Galeries Lafayette“ war auf die Idee gekommen, eine Modenschau auf der Straße zu zeigen. Vor den Schaufensterscheiben war ein Laufsteg auf den Bürgersteig gebaut. Im Hintergrund lächelten Mannequins aus Gips ihr eingefrorenes Lächeln, und andere Mannequins, jung und voller Leben, traten auf die Straße. Sie zeigteil auf dem Laufsteg Hunderten von Parisern, die größtenteils noch nie eine Modenschau gesehen hatten, die Herbst- und Wintermode in Augenhöhe. In der Menge hörte man lebhafte Bemerkungen. Ein älterer Herr: „Das sind nun die richtigen Mannequins? Pah! Die sind ja genauso mager wie die künstlichen!“ Zwei junge Mädchen, die gemeinsam Weintrauben aus einer Tüte naschten: „Wir verzichten auf unser Mittagessen, damit wir das hier sehen können. Wir haben noch nie zu einer großen Modenschau gehen können. Man sieht hier eigentlich viel mehr, als auf den Bildern“ Zwei Arbeiter: „Die Mode interessiert uns weniger, wir kommen nur wegen der Mannequins.“

Das Unternehmen wurde ein Erfolg. Die von den Mannequins aus Fleisch und Blut vorgeführten Modelle ließen sich besser verkaufen als alle anderen. Es scheint, der Marktplatz hat wieder eine Chance. H. D.