Neues und beinahe Neues – Anita ersetzt drei Männer

Unentbehrlich im Büro: der Bleistift. Sogar dieses, man sollte meinen: vollkommene Ding wurde verbessert. Faber-Castell hat’s bewiesen. Dank eines neuentwickelten Verfahrens können Stifte nur noch an der äußersten Spitze abbrechen. Die Bleistiftmine wird jetzt in ihrer ganzen Länge und Oberfläche mit dem Holz verschweißt, was ihr eine ungewöhnliche Festigkeit verleiht.

Neues für Graphiker und Zeichner: Pelikan hat einen Tusche-Füllhalter konstruiert, der die Präzision eines Graphos mit der einfachen Handhabung eines Patronen-Füllhalters verbindet. Er nennt sich Graphos G 2 und ist ein Tuschezeichengerät mit auswechselbaren Zeichen- und Schreibelementen (Düsen). Zum Liniieren, zum Schreiben und für Schablonenschrift sind für den neuen Graphos 34 Düsen lieferbar.

Wie in jedem Jahr, so werden auch 1963 neue Möbelformen präsentiert. Wichtig scheinen die Bestrebungen, Büromöbel nach dem Baukastenprinzip zu fabrizieren. Bei Pohlschröder gibt es zum Beispiel unter der Bezeichnung „die andere linie“ die Möbelserie 3900. Der Architekt kann aus den einzelnen Baukastenteilen jeden Arbeitsplatz oder jeden Raum nach Maß einrichten und verändern. Grundelemente der Schreibtische und Schreibmaschinentische sind die Beinpaare und die Platte. Damit ist der einfache Arbeitstisch geschaffen, der sich leicht erweitern läßt: man braucht nur verschiedene Untersätze mit wandelbarer Schiebladeneinrichtung einzusetzen, um am Ende ein Modell zu erhalten, das selbst den Chef entzückt. Wer Stahlmöbeln den Vorzug gibt: das Strafor-Programm – Stahlbüromöbel und Stahlregale umfassend – ist ebenfalls auf das Baukastensystem ausgerichtet.

Man kann nun auch getrost das Telephon allein lassen: Es gibt von Graetz und Telefunken den Anrufbeantworter. Er gibt, wenn sein Herr nicht da ist, selbständig Auskünfte (die vorher auf Tonträger gespeichert worden sind) und fordert den Anrufenden auf, 30 Sekunden lang seine Wünsche zu erzählen. Die Nachrichten werden auf einem Diktiergerät aufgenommen, und dann bedankt sich der Roboter für den Anruf und schaltet wieder ab. Rund 200 Durchsagen passen auf das Band.

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Der Markt der Büromaschinen höherer Ordnung ist weitverzweigt. Die Modelle unterscheiden sich beträchtlich voneinander. Die Wahl der für den individuellen Fall besten Maschine ist oft schwierig, denn der Einsatz und die Steuerung von Buchungsmaschinen, Fakturierautomaten und ähnlichem sind das Resultat vielfältiger organisatorischer Überlegungen. Fehlentscheidungen sind an der Tagesordnung. In Großbetrieben schlägt sich das Buchhaltungspersonal mit Buchungsautomaten der Duplex-Klasse (zwei Rechenwerke) herum, in Kleinbetrieben stehen teuere Automaten mit Einrichtungen, die gar nicht ausgenutzt werden können. Friden publiziert nun die Idee, Daten am Ort ihrer Entstehung in Lochstreifen zu speichern und diese Streifen dann in einem unabhängigen Rechenzentrum in einer Art von Lohnarbeit auswerten zu lassen. Dieses Prinzip der externen Auswertung ist für Deutschland noch neu, einmal, weil es noch relativ wenig unabhängige Rechenzentren gibt, dann aber auch, weil eine gewisse Reserve besteht, interne Betriebsdaten zum Auswerten aus dem Haus zu geben.