Ein Kilo Panzer für 24 Mark

Von Hanno Schoene

Mehr als 4 Mrd. DM gibt die Bundeswehr im laufenden Haushaltsjahr zur Beschaffung von sogenanntem Großgerät aus. Davon entfallen 564 Mill. DM auf Fahrzeuge und Zubehör, 890 Mill. DM auf Kampffahrzeuge, 462 Mill. DM auf Schiffe und 2,172 Mrd. DM auf die Beschaffung von Flugzeugen und Flugkörpern. Wenn es sich dabei auch teilweise um Rüstungskäufe im Ausland handelt, so ergießt sich dennoch ein breiter Strom dieses Geldes in Form von Großaufträgen über die deutsche Wirtschaft.

Für 1964 ist der Etat des Bundesverteidigungsministeriums noch unbekannt. Unbestritten aber ist, daß er sich erneut in Milliardenhöhe vergrößern wird. In diesen Tagen ist nun obendrein ein neues großes Beschaffungsprogramm der Bundeswehr angelaufen; 1500 Standardpanzer deutscher Entwicklung werden innerhalb von vier Jahren von unserer Industrie geliefert werden. Nebenher müssen in der Bundesrepublik auch noch 3000 sogenannte Schützenpanzer in ihren verschiedensten Varianten gefertigt werden. Allein der Standardpanzer bringt für die deutsche Wirtschaft ein Auftragsvolumen von 1,3 Mrd. DM.

Militärisches Preisgeheimnis

Die Beschaffung von Rüstungsgütern ist aus verständlichen Gründen weithin vom Nebel des militärischen Geheimnisses umgeben. Um so leichter rankt sich deshalb die Phantasie um die finanzielle Seite der Beschaffung. Aufgedeckte Bestechungs- und Betrugsfälle tun ein übriges, um die Spekulationen über Rüstungsgewinne oder über den Daumen gepeilte bzw. zumindest nicht durch den Wettbewerb in Schranken gehaltene Preise üppig ins Kraut schießen zu lassen. Es erscheint deshalb angebracht, die Rüstungspreise einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Ein solches Unterfangen kann naturgemäß nur ein grobes und vereinfachtes Bild der Preisermittlung liefern, weil sich die verschiedenen „Großgeräte“, wie Schiffe oder Panzer, im Detail weder technisch noch kaufmännisch vergleichen lassen.