Erlauchter Befürworter

Immer wenn über internationale Fremdenverkehrswerbung gesprochen wird, fällt, zu Recht oder Unrecht, das Wort vom Tourismus als Mittel zum besseren Verstehen der Völker untereinander. Der United States Travel Service verbreitet neuerdings aus Rom einen Kommentar von Papst Paul zu diesem Thema: Er erzählte, so heißt es, die Geschichte von zwei Rittern, die in einem Turnier um die Gunst einer schönen Frau kämpften. Verbissen schritten sie mit ihren Waffen aufeinander zu. Kurz vor dem Zusammenprall stellten sie verblüfft, aber noch rechtzeitig fest, daß die begehrenswerte Dame mit einem ihrer beiden Pferde auf und davon geritten war. Ernüchtert legten sie ihre Rüstungen wieder ab, umarmten sich und schworen, fortan gemeinsam auf dem verbliebenen Pferd durch die Welt zu reiten, um das Glück zu finden. Und – Zufall oder Vorsehung – der Name des Pferdes war – „Reise“.

Fontana di Trevi

Seit „Dolce Vita“ ist der Trevi-Brunnen in Rom ein Bad à la Anita Ekberg geworden. Einmal in Rom angelangt, muß man wohl unbedingt irgend etwas „Anstößiges“ tun. Und was? Baden in der Fontana di Trevi. Aber das muß nicht gleich sein; es genügt schon, es an der korrekten Kleidung fehlen zu lassen. Ein römischer Beobachter hat herausgefunden, daß es bisher deutsche Touristen waren, die sich in halbnacktem Zustand auf den Straßen und Plätzen Roms zeigten. Jetzt jedoch üben sich Engländer, Australier und Neuseeländer im süßen Leben. Indessen ärgern sich die Italiener über die Mißachtung ihrer Hauptstadt. Freilich – hatten sie nicht die Anita zuerst dazu animiert?