Konzentriertes Bier

Wasser zu exportieren ist Unsinn, meinte Jan R. Dowie‚ der Direktor der größten kanadischen Brauerei, und so faßte man bei den Canadian Breweries Ltd. den Plan, dem Bier das Wasser zu entziehen, ehe es über größere Entfernungen transportiert wird.

In wenigen Wochen, wenn die Zweigstelle der Brauerei in Nassau auf den Bahama-Inseln fertiggestellt ist, soll dieser Plan zum erstenmal verwirklicht werden. In der „Mutterbrauerei“ in St. Johns, Neufundland, braut man das Bier an. Jedoch noch vor der Fermentierung wird der Brau-Prozeß unterbrochen und das Produkt „entwässert“. Dabei verringert sich das Volumen um 86 Prozent, man braucht also nur ein Siebentel des bisher benötigten Frachtraums, wenn das Konzentrat nach Nassau verschifft wird. Dort angekommen, muß es wieder mit Wasser versetzt und dann noch fermentiert, gefiltert und gelagert werden. Danach soll sich das Bier in keiner Weise von dem kanadischen Originalabzug unterscheiden, versichert Mr. Dowie.

Verräterische Täuschung

Einer bemerkenswerten Fehlleistung ist der Psychologe Thomas F. Pettigrew von der Harvard Universität auf die Spur gekommen. Er zeigte 10- bis 14jährigen Weißen und Negern aus etwa drei Metern Entfernung nacheinander eine weiße Karte, auf die ein schwarzer Würfel gezeichnet war und eine schwarze Karte mit einem weißen Würfel. Beide Würfel waren gleich groß – Kantenlänge 1,5 cm – aber die weißen Jungen hielten fast ausnahmslos den weißen Würfel für größer. Die Mehrheit der Neger glaubte keinen Größenunterschied zu sehen.

„Diese Täuschung ist so hartnäckig“, erklärt Dr. Pettigrew, „daß wir den schwarzen Würfel um 10 Prozent vergrößern mußten, ehe die weißen Jungen beide Figuren für gleich groß hielten.“

Die naheliegende Erklärung für dieses Phänomen: Die weißen Jungen sind davon überzeugt, daß alles Weiße wichtiger, mächtiger und deshalb auch größer sein muß.