Hanns Meenzen: „Der Bruderkrieg der Krankenkassen“

Im obigen Artikel geht der Verfasser in den letzten beiden Abschnitten auch auf die private Krankenversicherung ein. Dabei kommt er zu dem Schluß, daß bei einer getrennten Rechnungslegung der Ersatzkassen für die Pflichtversicherten und die Versicherungsberechtigten (der Begriff Weiterversicherte ist zu eng, da er die freiwillig Versicherten nicht umfaßt) die Privatgesellschaften die Konkurrenz der Ersatzkassen nicht zu scheuen hätten. Er begründet dies damit, daß privatwirtschaftlich geführte Unternehmen stets die leistungsfähigeren waren. Die privaten Krankenversicherungsunternehmen würden jedoch in diesem Konkurrenzkampf unterliegen, da unterschiedliche Ausgangsbasen vorliegen. Die Ersatzkassen haben nämlich folgende Vorteile:

1. Sie zahlen keine Steuern.

2. Sie entrichten keine Abgaben (z. B. an Indu-

strie- und Handelskammer, an das Bundesaufsichtsamt).

3. Sie haben keine bzw. niedrige Inkassokosten, da der Beitragseinzug kostenlos durch den Arbeitgeber durchgeführt wird.

4. Ein Teil des übernommenen Risikos wird von den Ärzten (Regelbeiträge), den Apotheken (Rabatte zwischen 20 % und 25 %) und den Krankenhäusern mitgetragen.