Der mutige Mann vom Hessischen Rundfunk ließ wahrlich kein Fettnäpfchen aus.

Für meinen Geschmack klebte er ein bißchen allzusehr an der Kernphysik, dem teuersten aller naturwissenschaftlichen Fächer und dem "heißesten" dazu: Daß wir hier zehn Jahre zurück sind, das kann man noch einigermaßen glaubhaft als Hitlers Erbe ausgeben.

Zimmermann hatte sich, unter anderem, keines Geringeren als Werner Heisenbergs versichert: Der große alte Mann der deutschen Physik traf einen ganz wunden Punkt – das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland. Tatsächlich ist es eine makabre Wahrheit, daß der Blüte deutscher Wissenschaft in den zwanziger Jahren die Armut deutscher Wirtschaft gegenüberstand, der Blüte deutscher Wirtschaft heute aber die Armut deutscher Wissenschaft.

Was Heisenberg offenließ, ist die Frage, ob nicht die Wirtschaft von heute auf der Wissenschaft von gestern gründet. Damit wären Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland wieder ins rechte Verhältnis gebracht, und wehe der deutschen Wirtschaft von morgen.

Wenn eine Erkenntnis aus den Geschichten von Reaktoren und Zyklotronen dieser Fernseh-Dokumentation entsprang, dann die: das können wir nie mehr einholen.

Aber steht es darum besser mit den weniger teuren, weniger "politischen" Zweigen der Naturwissenschaft in Deutschland?

Zur Beantwortung solcher Fragen leisten wir uns in der Bundesrepublik einen veritablen Minister, der allerdings weniger aus dem Geiste der Physik als aus demjenigen kabinettspolitischer Gesangbucharithmetik geboren ist, zu spät geboren, unbeschadet des guten Willens, den man ihm zugestehen muß.