Olympischer Dichter-Lorbeer

Die olympischen Tage von Baden-Baden endeten mit einer literarischen Apotheose: mit der Verleihung des olympischen Diploms an Rudolf Hagelstange. Willi Daume hat den Sportpoeten vom Bodensee für diese Ehrung vorgeschlagen, die früher einmal so unterschiedlichen Persönlichkeiten wie Leni Riefenstahl und Charles Lindbergh, Fridtjof Nansen und Carl Diem zuteil wurden. Dem Dichter des "Venezianischen Credos" wurde der olympische Lorbeer um die reine Stirn gewunden für seine nachrömischen "Olympischen Impressionen", in denen sich der Gedanke findet:

"Wenn in den Arenen der Olympischen Spiele auch der Sache des Friedens nicht in einem Grade und mit dem Erfolg gedient werden kann, den man sich vergebens von Staatsbesuchen und Gipfelkonferenzen erhofft, so liegt das ebenso wenig an dem verderblichen und friedensgefährdenden Charakter des Sports, wie es der Ohnmacht der Kunst anzukreiden ist, daß spätgeborene Landsleute Beethovens und Tschaikowskijs, soweit sie heute tonangebend sind, sich nicht auf eine politische Harmonie einigen können."