Von Johannes Jacobi

Wer hat Angst vor Nicolas Nabokov? Im nächsten Jahr soll dieser kosmopolitische Komponist die Berliner Festwochen leiten. Dann – so ist es geplant – erfahren wir „alles über Afrika“, im übernächsten Jahr „alles über Japan“.

Hinter dem „Thema“, das der neue Kulturberater des Regierenden Bürgermeisters von Berlin den Festwochen wie einen roten Faden geben will, steht Geld, stehen ausländische Stiftungsmittel, die Nabokov für Berlin locker machen kann.

Nabokov dürfte die Skepsis, die viele gegenüber solchen Plänen hegen, gespürt haben. Noch ehe die 13. Berliner Festwochen abgelaufen waren, gab er beruhigende Erklärungen ab. Selbstverständlich solle die alljährliche Selbstdarstellung der Berliner Theater, die Festschau der Eigenleistung, bleiben.

Das finde ich beruhigend. Denn noch beim dreizehntenmal bildete das Berliner Theater einen lohnenden Anlaß, die Festwochen zu besuchen.

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Nicht jedes Berliner Theater. Da bekommen einige kleine und kleinste Bühnen einen besonderen Festwochenzuschuß, sofern sie etwas Außerordentliches wagen. Das war von mehreren dieser Bühnchen als Aufforderung zum Experiment verstanden worden. Prompt unternahmen sie Ausflüge in die Literatur. Mit einer Ausnahme – der faszinierenden Aufführung eines Dialogs von Diderot („Rameaus Neffe“) im Renaissancetheater – ist das so schön gedachte Unternehmen gescheitert.