Heras von Mohejo Daro nennt Indien als das Land der Weisen. Und vieles spricht für seine These.

Der heilige Matthäus spricht von den Weisen aus dem Osten. Dabei bezieht sich das Wort nicht notwendigerweise nur auf den geographischen Begriff Osten, obwohl auch der zutrifft: Indien liegt ja genau im Osten von Palästina. Aber für jüdische Autoren jener Zeit heißt „aus dem Osten“ oftmals auch soviel wie: aus einem Lande, wo Weisheit gepflegt wird.

Es ist nichts davon bekannt, daß die antiken Araber, Nomadenstämme, als besonders weise gegolten hätten. Zur Zeit der Geburt Christi wurde die Weisheit der Chaldäer nicht mehr gerühmt. Aber indische Weisheit war sprichwörtlich. Persische Geschichtsschreiber haben diese Weisheit gepriesen. Sie sind nach Indien gefahren „auf der Suche nach dem Baum der Weisheit“. Indien war das Land, in dem Weisheit seit ältesten Zeiten in hohem Rang stand.

Die weisen Männer Indiens, „risis“ genannt, bildeten von alters her und bis in unsere Tage „einen sozialen Stand, erhaben über alle anderen im Land“.

Indien war auch ein Land, in dem die Astronomie gepflegt wurde. Das indische Epos Mahabharata kündigt das Kommen eines göttlichen Erlösers an, der das menschliche Geschlecht von seinem Unglück und seinen Nöten befreien sollte. Er würde große Macht haben und ein gebietender Herrscher sein; er würde Ordnung und Harmonie in dieser Welt wiederherstellen; er würde alles Böse zerstören und eine neue Ära schaffen.

Die gleiche Überlieferung gibt es in der buddhistischen Literatur. In einer der letzten Reden an die Sangha spricht Buddha mit ihnen von der kommenden Zeit der Gerechtigkeit und des Glücks, und er sagt: „Er wird das erhabene Leben bekannt machen in all seiner Großartigkeit und Reinheit, genau wie ich es vorausgesagt habe. Er wird umgeben sein von Tausenden von andächtigen Zuhörern, so wie ich umgeben bin von Hunderten von andächtigen Zuhörern.“

Die indische Weissagung spricht auch von einem Phänomen am Himmel, wenn der Erneuerer oder Erlöser geboren wird. Der moderne indische Astronom Shri Swamikannu Pillai verfolgte die Studien Keplers und Karl Adams und kam zu der Überzeugung, daß der Stern, der die Weisen aus dem Osten führte, der Brhaspati in Verbindung mit der Sonne und dem Mond war, als sie in die Konstellation Tisya eintraten.