Nach 120 Stunden, am Tag vor Heiligabend, wurden sich die Außen- und Wirtschaftsminister der EWG in Brüssel einig:

1. Die drei umstrittenen Marktordnungen für Rindfleisch, Butter, Käse und Reis werden 1964 wirksam.

2. Die kitzlige Frage der europäischen Getreidepreise wurce zunächst ausgeklammert, eine Entscheidung bis zum Frühjahr vertagt. Das bedeutet: die deutschen Bauern brauchen in diesem Jahr keine Getreidepreissenkung mehr zu fürchten.

3. Für die Weltzollverhandlungen in Genf – die Kennedy-Runde – wurden gemeinsame Grundsätze festgelegt.

Die Minister verhandelten unter Zeitdruck. Präsident de Gaulle hatte gedroht, den Gemeinsamen Markt zu sprengen, falls die Agrarprobleme nicht bis Jahresende aus der Welt geschafft seien. Die Bundesrepublik war daran interessiert daß die EWG gleichzeitig mit der gemein samen Binnenagrarpolitik gegenübe Drittländern, besonders den USA, ein liberale Handelspolitik entwickelt um ihre Zölle herabsetzt. Mit dieser Forde rung nach „Synchronisierung“ hat sich Bonn durchgesetzt.

EWG-Präsident Hallstein zum Brüssele Kompromiß: „Eine Neugeburt, der Ge meinschaft!“ Die Londoner „Times“ „Eines der besten Weihnachtsgeschenke.’ Außenminister Schröder: „Der Gemeinsa nie Markt hat sich von dem Schlag erholt den er zu Beginn des Jahres erhalten hat.

Freilich blieb vieles ungeklärt. Die Minister einigten sich nur auf Grundsatzentscheidungen. Über die Ausführungs Bestimmungen muß erst noch verhandel werden.