Die Menschen haben ein Recht zu erfahren, was in der Welt vorgeht“, erwiderte Joachim Heldt einem Kollegen, der ihn zur Geduld mahnte, „und die Aufgabe des Journalisten ist es, ihnen das möglichst schnell und möglichst richtig zu sagen.“ Er war Journalist aus Leidenschaft.

Er hatte keine Angst. Er schrieb, was er sah, und was ihm wichtig erschien, ohne zu fragen, was die Mächtigen darüber dachten. Er reiste als einer der ersten nach China, weil er meinte, die Deutschen müßten etwas über dieses Land erfahren. Und er schrieb über „Gott in Deutschland“, weil er den Eindruck hatte, über dieses Thema würde zu viel geschwiegen.

Er verunglückte am ersten Weihnachtsfeiertag in den Bergen – im Alter von 37 Jahren. Er war fast zehn Jahre beim „Stern“, zuletzt als Chefreporter dieser großen Illustrierten und war während dieser Jahre auch Mitarbeiter der „Zeit“. Dem deutschen Fernsehpublikum war er durch eine Reihe eindrucksvoller Filme über fremde Länder bekannt.

Er war ein hervorragender Beobachter: er liebte seine Mitmenschen und bemerkte vieles, was anderen verborgen blieb. Und er war ein glänzender Schreiber. Er arbeitete lange Nächte an seinen Berichten. Die Bilder, die er heraufbeschwor, vergaß man nicht so leicht.

Das deutsche Publikum wird Joachim Heidt vermissen, denn er half ihm, die Welt zu entdecken. Seine Kollegen trauern um ihn. Sie wissen, die Bundesrepublik besitzt nicht viele mutige junge Journalisten, wie er einer war.

Peter Grubbe