Herbert Kaufmann, „Afrikas Weg in die Gegenwart“, Georg Westermann Verlag, Braunschweig, 396 Seiten, 70 Photos, zwei Karten, 29,80 DM.

Man zögert, ein neues Afrikabuch zu lesen und gar zu empfehlen. Zu viel ist in den letzten Jahren über diesen Kontinent geschrieben und veröffentlicht worden. Die deutsche Afrikaliteratur füllt heute bereits ganze Bücherschränke. Aber das neue Werk von Herbert Kaufmann packt selbst den ermüdeten Leser.

Der Verfasser schildert Afrika, seine Landschaft seine Geschichte, seine Menschen und seine politischen Probleme mit der Akribie eines Gelehrten, doch in der Sprache eines Dichters. Und aus Bildern und Berichten, aus Dokumenten und Dialogen, aus hervorragend ausgewählten Photos und erklärenden Kartenskizzen entsteht ein faszinierendes Bild dieses großen Kontinents, das bisher in der deutschen Literatur nicht seinesgleichen hat.

In seinem früheren Buch „Reiten durch Iforas“ hat Herbert Kaufmann gezeigt, daß ein Journalist eine Dichtung schreiben kann, ohne dabei die Wahrheitspflicht zu verletzen. Sein neues Werk läßt erkennen, daß er nicht nur zu sehen und zu schreiben versteht, sondern daß er außerdem Afrika liebt – und zwar nicht mit der Liebe, die blind macht, sondern mit der großen Liebe, die verstehen lehrt. Peter Grubbe