Bereits Ende 1945 wurde durch den damaligen Widerpart Konrad Adenauers in der CDU, den früheren Reichsminister Andreas Hermes – er starb vor wenigen Tagen im Alter von 85 Jahren –, der Grundstein zum heutigen Bauernverband gelegt. Im Grunde trug daran die sowjetische Besatzungsmacht die Schuld. Mit ihr hatte Hermes in Berlin Schwierigkeiten und er mußte sich nach Bad Godesberg absetzen. Von dort aus in einem Zimmer residierend, begann Hermes, unterstützt durch den heute siebzigjährigen Generalsekretär Johannes Hummel, die Grüne Front in einem Verband zusammenzuführen, was vor 1933 nicht der Fall gewesen war.

Als sich Hermes vom Bauernverband zurückzog, um sich in erster Linie den landwirtschaftlichen Genossenschaften zu widmen, folgte ihm zunächst der Bayer Fridolin Rothermel, nach dessen Tod als Kompromiß ein Drei-Männer-Präsidium, in dem aberbald der Niedersachse Edmund Rehwinkel die erste Geige spielte. Er tat dies nach Meinung der meisten Landesverbandspräsidenten und vieler Bauern so virtuos, daß er schließlich zum allgemeinen Präsidenten gewählt wurde.

Vizepräsidenten sind der bayrische Baron von Feury, Wilhelm Fröhlich aus der Pfalz und der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Bauknecht. Die Politik des Verbandes wird von der Mitgliederversammlung festgelegt. Zu ihr entsenden die dem Bauernverband angehörenden Landesbauernverbände, entsprechend ihrer Mitgliederzahl und Beitragszahlungen, Delegierte. Präsident und Vizepräsidenten werden in ihrer Arbeit durch die etwa jeden Monat stattfindenden Präsidialsitzungen unterstützt, auf der Präsidenten und Hauptgeschäftsführer der Landesverbände beraten.

Der Deutsche Bauernverband repräsentiert nach seinen eigenen Angaben rund 1,2 Millionen Bauern, die bei Landes- oder Kreisverbänden Mitglieder sind. Sein Etat betrug 1962 knapp 1,5 Millionen Mark, die Zahl der festangestellten Mitarbeiter einschließlich der Bürokräfte und Kraftfahrer etwas mehr als 50. In dieser Beziehung wird die Zentrale von einigen großen Landesverbänden, vor allem vom bayrischen Bauernverband und vom niedersächsischen Landvolkverband übertroffen.