Das bedeutsamste Ereignis der Pilgerfahrt Papst Pauls VI. ins Heilige Land war seine Begegnung mit dem ökumenischen Patriarchen Athenagoras von Konstantinopel. Nach „fünf Jahrhunderten des Schweigens“ trafen sich die höchsten Repräsentanten der lateinischen und der griechischen Kirche auf dem Ölberg. Die Anfänge des Schismas reichen bis in die Frühgeschichte des Christentums:

325 n. Chr. Erstes ökumenisches Konzil in Nicäa. Streit zwischen Arianern (Jesus nicht gottgleich) und Athanasiern (Vater und Sohn wesensgleich).

395 Teilung des Römischen Reiches. 451 Konzil zu Chalcedon: Gleichstellung des Patriarchen von Konstantinopel mit dem Papst.

482 Kaiser Zeno I. von Byzanz erläßt Unionsedikt. Papst Felix III. bannt den Patriarchen Akasius. Selbständige Ostkirche.

518 Kirchenfriede. 730 Bilderstreit Rom–Byzanz. Rom wendet sich zum Frankenreich.

867 Neues Schisma. Prozeß Papst Nikolaus’ I. gegen Patriarch Photius.

1054 Endgültige Trennung (Differenzen um Liturgie und Dogma). Orientalische und slawische Kirchen hinter Byzanz. Bannbulle Leos IX. gegen die Ostkirche. Gegenbann des Patriarchen Michael Kerularius.