Der päpstliche Pilger war im Heiligen Land von Film-Kameras und Mikrophonen begleitet. Er ist ein Mensch dieser Zeit. Er fürchtet die modernen Mittel nicht, die ein Ereignis von weltgeschichtlicher Bedeutung der ganzen Welt mitteilen. Paul VI. ertrug es daher auch – und mußte es ertragen –, daß manchmal die Anteilnahme nur Neugierde war oder gar bloße Sensationsgier. Am Bildschirm sah man, wie Leute herbeieilten, um den Papst zu photographieren. Ein flüchtiger Blick auf das „Objekt“. Schon „knipsten“ sie. Mit dem Papst beten? Sie hatten ihn nicht einmal wirklich zu Gesicht bekommen ...

Nun, das sei nicht dasselbe: der private Photoapparat und die Kamera des Bildreporters?

Ganz recht, es ist nicht dasselbe! Die Bildkamera arbeitet für alle; der eigene Apparat liefert Eigenes, Privates. Der Papst im Album ...

Als Freunde eine Afrika-Fahrt machten und zeitweilig als Angehörige einer Reisegesellschaft im Omnibus durch ein Naturschutz-Paradies fuhren, waren alle fleißig, die meisten aber fieberhaft damit beschäftigt, den Photoapparat in die Landschaft zu halten. Hier ein Elefant, dort eine Giraffe oder nur eine Gazelle. Aber ein Herr blieb unbeweglich an einem Fensterplatz, die Arme verschränkt, den Blick glückselig geweitet.

„Sie photographieren nicht?“

„Nein“, erwiderte er höflich, „ich sehe es gleich hier.“