Während das Klima zwischen den Sozialpartnern in letzter Zeit merklich abkühlte, spielte sich am vergangenen Freitag etwas ab, was eigentlich auf das Gegenteil schließen lassen sollte, zumindest aber für die Zukunft hoffen läßt. Ort der Handlung war die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände in Köln. Die Wagen, die am besagten Freitag am Kölner Hansaring vorfuhren, besaßen zwar nicht die gängige Größe derer, die dort gelegentlich zu parken pflegen, und auch die Kleiderhaken wurden nicht von „Arbeitgeberhüten“ geziert. Im Gegenteil: dort hingen die Kopfbedeckungen von rund dreißig Gewerkschaftsjournalisten, die erstmals, soweit man denken kann, in die „Arbeitgeberhöhle“ zu einem Meinungsaustausch gebeten worden waren. Selbst Präsident Paulssen ließ es sich nicht nehmen, die Redakteure, die ihm gelegentlich nicht allzu Schmeichelhaftes sagen, persönlich zu begrüßen.

Der Zweck? Nun, die BDA wollte ihre Gäste sicher nicht „auf Vordermann bringen“ –, das wäre vermutlich auch zwecklos gewesen. Man sollte sich einmal gegenseitig kennenlernen und aussprechen über bestimmte sozialpolitische Probleme. Und das ist eine gute Sache, denn erfahrungsgemäß sieht man die Dinge doch etwas anders nach einem persönlichen Gespräch mit seinen unmittelbaren Kontrahenten, als wenn man die Probleme in den „eigenen vier Wänden“ und am Schreibtisch theoretisierend behandelt.

Ein neuer Anfang in den Beziehungen zwischen den Sozialpartnern? Vielleicht! Diese Bemerkung wäre jedenfalls vor noch nicht allzu langer Zeit vermutlich an der akademischen Frage „cui bono?“ gescheitert. H. F.