Paris, Mitte Januar 1964

Die Neujahrswünsche Pompidous, die Pariser Börse werde nach einer Baisse von 18 Monaten in diesem Jahr „unter entwölktem Himmel leben“, haben genügt, um einen Tendenzwechsel einzuleiten. Die Berufsspekulation ist daher nach, dem Winterurlaub mit neuem Mut in die Börsensäle zurückgekehrt. Sie hat zunächst ihre aus übertriebenem Pessimismus eingegangenen Baisseengagements abgebaut. Das hat genügt, die Umsätze in die Höhe zu treiben und die Kurse in wenigen Tagen um 5 bis 7 Prozent steigen zu lassen.

Langsam beginnt sich nun auch die Kundschaft wieder zu regen. Sie nimmt an den Kassamärkten – noch zaghaft zwar – Käufe in lange vernachlässigten Werten vor. Die Aufwärtsbewegung wird aber nicht vom Kassamarkt angeführt, sondern von großen internationalen Werten mit breitem Markt. Spitzenreiter ist Rhône Poulenc. Bei diesem bedeutenden Chemieunternehmen, bei dem sich 1963 die Umsätze um 10 Prozent erhöhten, sind die Dividendenaussichten erfreulich, und die Kapitalerhöhung kann daher unter günstigen Aussichten durchgeführt werden.

Auch Erdölwerke sind aus ihrem Schlaf erwacht. Française des Pétroles können auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurückblicken. Durch die Verteilung von Gratisaktien will das Unternehmen die Dividende aufbessern. Alle Erdölraffinerien haben 1963 Rekorderfolge erzielt. Da von der Regierung nunmehr erklärt wird, daß sie ihre planwirtschaftlichen Ideen auf dem Gebiet der Erdöleinfuhr mildern wolle, kann endlich wieder mit der Ausschüttung höherer Dividenden gerechnet werden.

Großen Einfluß auf die Tendenzentwicklung übt die Befreiung um die Sorge bei Machines Bull aus. Kurzfristig sind nun alle Schwierigkeiten behoben. Die beabsichtigte Kapitalerhöhung wird durchgeführt werden. Retlaw