Wer in Deutschland erzählt, daß er nach Frankreich fahre, blickt in verklärte Gesichter. „PARIS ...“ Dazu gehören Wein, Champagner, Cognac und Käse (viele, viele Sorten).

Den Weinen Frankreichs traut man in Deutschland ohne Vorbehalte und mit dem Gemeinsamen Markt in immer weiteren Kreisen. „Rotspon“ ist ein Zauberwort, Burgunder und Bordeaux haben sagenhaften Ruf. Wer Rotsporn trinkt, hat es zu etwas gebracht. Aber die Unterschiede zwischen Bordeaux, Burgunder, Beaujolais und Côte-du Rhone (von weiteren Differenzierungen ganz zu schweigen) sind hierzulande noch verschwommener als die zwischen den Weinen vom Rheingau und Mittelrhein, aus Rheinhessen und der Rheinpfalz (die „Connaisseurs“ sind natürlich ausgenommen). Nur die meisten Damen wissen genau, was sie mögen: „Haut Sauternes!“ (aber der ist bei uns meistens weiß) – und sie begeben sich lächelnd in seine süßen Gefahren, bis sie mit Kinderaugen flüstern: „Was wirst du jetzt von mir denken?“

Frankreich hat auch einen gastronomischen Kalender, der zugleich ein Weinkalender ist, Deutschland nur einen solchen der Jahreszeiten. Daß zu jedem Essen Wein gehört, das lernen die Ausländer schnell. Monsieur Perreux sieht beim Abendessen im Hotel, wie der zehnjährige Sohn sein Weinglas leert. Er sagt zum Kellner: „Für den Kleinen bringen Sie nach dem Montrachet mal ein Glas Saint-Emilion, der ist leichter ...“ (Diese Geschichte stammt aus Paris, natürlich.)