Mo, München

Der 8. Januar war ein großer Tag für München. Schlag ein Uhr wurde im „Eve-Cabaret“ die kleine Tanzfläche, auf der eben noch Damen des Hauses sich lästiger Kleidung entledigt hatten, von einem guten Dutzend Photoreportern gestürmt; Fernsehkameras surrten, Scheinwerfer strahlten, die Gäste applaudierten: Ein Call-Girl aus London hatte München die Ehre gegeben.

Und dann geschah es: Marilyn Rice-Davies öffnete – honny soit qui mal y pense – die Lippen und begann tatsächlich zu singen. Es war ein historischer Augenblick. Bescheiden hatte „Mandy“ zuvor erklärt: „I’ll try my best“.

Das Beste, was Mandy zu bieten hatte, erschien den Gästen des „Eve“ durchaus gut genug. Zwar trug die ehemalige Freudengefährtin Christine Keelers vorne hochgeschlossen, aber das Rückendekolleté war doch recht eindrucksvoll, und das Haar leuchtete diesmal blond.

Wer Mandy noch genauer kennenlernen will, kann diese Bildungslücke ohne Schwierigkeit füllen. Mandy teils all – verspricht die 19jährige Sängerin in einer Broschüre, die unter dem Titel Mandy-Report erschienen ist. Und sie verspricht nicht zuviel. Die Broschüre enthält fast nichts als die nackte Wahrheit.

Im übrigen: Mandy singt wirklich. Wie sonst wäre es zu erklären, daß sie für dreißig Auftritte 24 000 Mark erhält? Und wer da meint, das sei zuviel für bescheidene musikalische Genüsse, darf sich von Mandy belehren lassen: „Ich bin kein billiges Flittchen, sondern eine hochbezahlte Kurtisane