Andrew Tully: Die unsichtbare Front; Scherzverlag, Stuttgart; 296 S., 16,80 DM.

Geheimdienste beschäftigen die Phantasie derStaatsbürger mehr noch, als es Parlamente und Regierungen tun. So wird dieses Buch gern von den vielen gelesen werden, die glauben, sie könnten weltpolitische Rätsel lösen, wenn sie durch einen Türspalt in die Werkstätte des amerikanischen Spionageapparates blicken dürfen. Andrew Tully hat mit Kennedys Pressechef Pierre Salinger und mit dem früheren Leiter des Geheimdienstes, Allen W. Dulles, zusammengearbeitet; er hat auch mit Beamten des Verteidigungsministeriums gesprochen und sich von ihnen Unterlagen geben lassen. So ist ein anschaulicher, von vielen bisher unbekannten Tatsachen getragener Bericht über die Tätigkeit des Central Intelligence Service zustande gekommen. Zwischen den Spannungseffekten eines Kriminaromans und den staatspädagogischen Erkenntnissen finden sich Anekdoten. So erzählt Dulles, warum er heroisch immer wieder die Anstrengungen der Cocktailparties auf sich nahm. „Auf Parties erwirbt man Menschenkenntnis.“ Was manchen regelmäßigen Teilnehmer dieser Art von Beschäftigung mit seinem schweren Los versöhnen mag. Adolf Laer