von rund 30 4 Milliarden DM von 6prozentigen Anleihen, Pfandbriefen und Kommunalobligationen gebildet.

Eine größere Zinssenkung unter das Niveau des öprozentigen Zinses bringt auch bei vielen Anleihesdiuldnern den Wunsch mit sich, die 6 Prozent oder höher verzinslichen Ausgaben in den nunmehr niedrigeren Satz allmählich umzutauschen, soweit das die Anleihebedingungen zulassen. Auf einem neuen SVzprozentigen Typ lasten also nicht nur die Wünsche der Neuemittenten, sondern praktisch die Konversionsabsichten der alten Anleiheschuldner.

Die Kursentwicklung, die Heraufsetzung der Abgabekurse der Realkreditinstitute usw erwecken zwar den Eindruck, als habe der Markt von sich aus den Übergang zum SVaprozentigen Anleihetyp erzwungen, jedoch wird an der Börse die Meinung nicht still, daß geschickt verbreitete Nachrichten wesentlich dazu beigetragen haben. Es mag eine Überschätzung der eigenen Bedeutung sein, wenn die Börse glaubt, daß das Gerücht einer möglichen zweiten Aufwertung der DM nur deshalb in diesen Tagen "ausgestreut" worden sei, um die Nachfrage nach DM Titeln und damit die Zinssenkung zu beschleunigen. lich zu unserer positiven Handelsbilanz erbrachten die Käufe deutscher 6prozentiger Anleihen vom Ausland Devisenzuflüsse. Allein in den ersten drei Quartalen ergab sich aus der Kapitalbilanz ein Überschuß von etwa 1 4 Milliarden DM gegenüber etwa 600 Millionen DM in der gleichen Vorjahreszeit.

Die Erfolgsaussichten der Zinssenkung sind jedoch fraglich, wenn man die Zurückhaltung der Anleger gegenüber Saprozentigen Neuausgaben bedenkt. Nun liegt es jedoch in der Hand des Staates, selbst, ob sich der Saprozentige Typ doch bei seinem dritten Versuch endgültig durchsetzen kann. Die Bedeutung des Staates am Anleihemarkt wird sichtbar, wenn man die Absatzziffern des letzten Jahres genauer betrachtet. Die Anleihen der öffentlichen Hand erreichten einen Marktanteil von 32 Prozent gegenüber nur 23 Prozent im Jahre 1959 und 7 6 Prozent im Jahre 1951. Die Industrie beanspruchte dagegen im letzten Jahr nur 1 9 Prozent. Wenn also die vom Staat befürwortete Kapitalmarktpolitik heute eine Zinssenkung erforderlich macht, so genügt nicht allein ein geschicktes taktisches Manöver, sondern der Staat muß sich selbst mit seinen Emissionen zurückhalten, so schwer es ihm auch fallen mag mei