Die große Alternative: europäische Integration oder europäischer Staatenbund – überschattet auch Messe- und Ausstellungswesen in der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft. Auch hier kommt es darauf an, ob supranationale Instanzen darangehen können, Ordnung in das Chaos zu bringen.

Im europäischen Bereich ist allmählichGefahr im Verzuge. Das Durcheinander auf dem Gebiet der Fachmessen nimmt erschreckende Formen an. überall schießen parallele Veranstaltungen zu erfolgreichen Ausstellungen wie Pilze aus dem Boden. Eine neue Hausrat- und Eisenwarenmessewird in solcher Nähe von der alten ins Leben gerufen, daß die Besucher bequem hin- – und hergefahren werden können. Die vielen Möbel-Fachmessen sind mit den Fingern einerHand nicht die mehr zu zählen. Die in Amsterdam herausgebrachte,aber erst in Düsseldorf systematisch durchgeführte Verpackungs-messe gibt es heute bereits an neun europä-ischen Plätzen.Das vielleicht niemals zu erreichendeZiel müßte sein, daß es imEWG-Raum keine Parallel Veranstaltungen von Fachmessen mehr gibt. Die Bundesrepublik hat dank aller Erfahrungen auf diesem Gebiet – auch besänftigt durch die Mittellage in Europa – einen erheblichen Messevorsprang auf dem Kontinent errungen. Diedeutschen zuständigen Stellen sollten daher die Initiative dazu ergreifen, daß morgen ein Ausstellungs- und Messeausschuß für die EWG gebildet wird, Wenn er mit besonderen Vollmachtenausgerüstet ist, könnte er fruchtbare Arbeit fürdie Ordung des internationalen Messewesens leisten. J.