Sind Kahlköpfige gefeit?

Angefangen hat es mit einer beiläufigen Bemerkung bei Tisch. Professor Howard Buechner, Spezialist für Krankheiten der Atemwege und Chefarzt an der Veterans Administration Klinik in New Orleans, erklärte seinen Kollegen: „Ich fürchte mich nicht vor Lungenkrebs, denn ich bin kahlköpfig, und einen Lungenkrebs-Patienten mit Glatze habe ich in den vierzig Jahren meiner Tätigkeit nicht ein einziges Mal gesehen.“

Einer der Gesprächspartner, Dr. Morton Brown, Dozent an der Tulane Universität, horchte auf. Sollte wirklich eine Verbindung zwischen Hauptbehaarung und Lungenkarzinom bestehen? Er schlug Buechner vor, der Sache nachzugehen.

Inzwischen sind zwei Jahre vergangen, in denen die beiden Ärzte sorgfältig Statistiken über die Kopfbehaarung der Patienten in ihrer Klinik durchgeführt haben. Das Ergebnis, über das die beiden Mediziner kürzlich beim Kongreß der Lungenspezialisten in New Orleans berichteten: 34 Prozent der 461 Patienten im Alter von 30 bis 70 Jahren hatten eine Glatze. Aber nur zehn Prozent der 186 an Lungenkrebs leidenden Kranken waren kahlköpfig oder hatten eine deutliche Neigung dazu. Von den 60- bis 70jährigen hatten 58 Prozent schütteres Haupthaar, während nur 16 Prozent der Lungenkrebspatienten der gleichen Altersgruppe eine Glatze hatten.

Gehirn in der Flasche

Amerikanischen Chirurgen gelang ein Experiment, das sich wie ein Gruseleffekt in einem Science-Fiction-Roman ausnimmt: Sieben Stunden lang lebte das Hirn eines Affen außerhalb des Körpers in einem Glasgefäß. Eine speziell konstruierte kleine Herz-Lungen-Maschine versorgte es mit Blut. Die Aufzeichnungen eines Elektroenzephalographen bewiesen die Vitalität des isolierten Gehirns.

Fünf Jahre lang hatten die Experimentatoren in Cleveland (Ohio) unter Leitung des Neurochirurgen Dr. Robert J. White den Versuch vorbereitet. Gegenüber anderen Organen, die schon vor Jahrzehnten außerhalb des Körpers am Leben gehalten wurden, bereitete die Isolierung des Gehirns den Forschern große Schwierigkeiten.