Es ist gar nicht so leicht, den Feinden ihre Tugenden zu verzeihen. Voltaire

Es stand in der Welt

Bei der Welt hat sich ein Mann namens cuch das Zentralorgan der polnischen Kommunisten, die Tribüne des Volkes, „genauer betrachtet“ und ist dabei auf „junkerliche Restbestände“ gestoßen. Cuch meint damit die Überschrift eines Artikels über die Helden der Sowjetunion: „Ritter des goldenen Sterns“ – er argwöhnt einen Rückfall in feudalistischen Sprachgebrauch. Des Rätsels Lösung: Der Titel des beargwöhnten Artikels ist nichts anderes als der Name eines Romans des Stalin-Preisträgers Babajewski.

Preise der Woche

Der internationale Guggenheim-Preis 1964 (10 000 Dollar) wurde dem Schweizer Maler und Bildhauer Alberto Giacometti für seinen „Großen Frauenakt“ (Large Nude) verliehen. Das New Yorker Guggenheim Museum zeichnete außerdem fünf Künstler mit Prämien von je 2 500 Dollar aus: Robert Motherwell (USA), Wilfredo Lam (Cuba), Antonio Tapies (Spanien), Victor Vasarely (Paris) und Asger Jörn (Dänemark – der, wie jetzt verlautet, den Preis zurückgewiesen hat). – Zum erstenmal hat der Deutsche Volkshochschulverband in diesem Jahr seinen „Adolf-Grimme-Preis“ vergeben. Mit dieser Auszeichnung für Fernsehsendungen wurden der Westdeutsche und der Süddeutsche Rundfunk für die 8. Folge ihrer Sendereihe „Das Dritte Reich – Der SS-Staat“ bedacht, Jürgen Neven-DuMont (der bereits den Berliner Televisions-Preis bekommen hatte) für seine Sendung „Sind wir Revanchisten?“ und Günter Gaus für das Feature „Zur Person – Gustaf Gründgens“ (im Zweiten Programm). Den Preis der Pressejury erhielt Peter von Zahn für seine „Ben Gurion“-Sendung.

Gegen Lawrence

Der britisch-amerikanische Film „Lawrence von Arabien“ darf in Jordanien nicht vorgeführt werden. Das Kabinett hat es verboten, weil die Araber in dem Film „in einer komischen Art dargestellt und vorteilhafte Züge in der modernen arabischen Geschichte ins Lächerliche verzerrt“ würden. Die Anregung zum Verbot ging seltsamerweise vom „Regionalbüro für den Boykott Israels“ aus.