FÜR alle, denen einer der lebendigsten Autoren der Weltliteratur zu entdecken bleibt –

Nikolai Gogol: „Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka und andere Erzählungen“, aus dem Russischen übertragen von Alexander Eliasberg, mit Holzschnitten von Gunther Stiller; Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln; 394 S., 19,80 DM.

ES ENTHÄLT ausgewählte Erzählungen aus der Novellensammlung „Abende auf dem Vorwerke bei Dikanjka“ und die Novellen „Der Wij“, „Die Nase“, „Das Porträt“, „Der Mantel“, „Der Newskij-Prospekt“, „Die Aufzeichnungen eines Irren“.

ES GEFÄLLT wegen seiner geschmackvollen – wenn auch für einen Gogol-Band ein wenig zu kunstgewerblich wirkenden – Ausstattung. Vor allem aber gefällt der Band, weil er neben die märchen- und genrehaften Erzählungen, die den Ruhm des jungen Gogol begründeten, ihm aber leider auch gleichzeitig den Ruf eines Humoristen einbrachten, eine Novelle wie „Der Mantel“ stellt. Zu dieser Novelle, die einen ganz und gar hervorragenden Platz unter dem Besten, was die Welt an Literatur produziert hat, einnimmt, sagt Nabokov in seinem Buch über Gogol: „Puschkins Prosa ist dreidimensional, diejenige Gogols mindestens vierdimensional.“ Vieles sehr Geschätzte liest sich danach recht zweidimensional. – a. e.