Den Republikanern fiel unverhofft hochbrisante Munition für den US-Wahlkampf in den Schoß: Präsident Johnson wurde in den Korruptionsskandal um seinen früheren Senatssekretär Bobby Baker verwickelt. Der Versicherungsagent Don Reynolds hat Johnson vor dem Untersuchungsausschuß des Senats dem Verdacht der passiven Bestechung preisgegeben.

1955 – Johnson war damals Führer der Senatsmehrheit – schloß Reynolds mit ihm eine Lebensversicherung über 800 000 Mark ab. Johnson hatte kurz zuvor eine schwere Herzattacke erlitten. Die Prämien, etwa 44 000 Mark im Jahr, zahlte die LBJ-Company, ein Familienunternehmen, das in Texas eine Rundfunk- und Fernsehstation unterhält. Johnson: „Ich mußte meine Familie schützen. Bei meinem Tode hätte sie das Unternehmen auf offenem Markt verkaufen müssen.“

Reynolds versicherte eidesstattlich, auf Drängen Bakers habe er Johnson ein Stereo-Tongerät für 2310 Mark geschenkt. Außerdem finanzierte er auf Ersuchen des Johnson-Assistenten kalter Jenkins Reklamesendungen im LBJ-Fernsehprogramm.

Johnson vor Journalisten: „Das ist schon fünf Jahre her. Familie Baker schenkte uns den Apparat. Wir hatten ihn eine Weile und verschenkten ihn dann weiter. Unsere Familien tauschten öfters Geschenke aus. Er wollte nichts von mir und erwartete auch keine Gegenleistung.“ Vom Anzeigengeschäft sagte der Präsident nichts.

Die Republikaner lachen sich ins Fäustchen. Allerdings: Auch Senatoren ihrer Partei machten dunkle Geschäfte mit Bobby Baker. Johnson selbstsicher: „Ich kenne ihre Kritik seit 32 Jahren im Kongreß. Sie amüsiert mich manches Mal.“