ministers, Hans Clausen Korff, der letzten Endes über sehr viele Ausgaben zumindest verantwortlich mitentscheidend gleich in fünf Aufsichtsräten Sitz und Stimme hat, erscheint wie so vieles in der auf dreizehn Bundesministerien verteilten "Schatzverwaltung" unerfindlich. Ministerialdirektor Korff ist dabei nur ein zufälliges Beispiel für andere. Wenn eines Tages als Folge der Auftragsflaute der Werftindustrie sowohl die Kieler wie auch die Hamburger Howaldtswerke AG – Aufsichtsratsmitglied u. a. Korff – Darlehen, Bürgschaften oder gar im Bundeshaushalt offen auszuweisende Steuergelder für Kapitalerhöhungen benötigten, dann müßte der für den Bundesetat mitverantwortliche Korff sozusagen "über sich selbst entscheiden". Zumindest müßte "er sich selbst beraten", denn das letzte Wort in solchen Gelddingen spricht der Haushaltsausschuß des Bundestages, dessen Regierungsberater ebenfalls Korff ist.

Angesichts dieser Gefahren von Interessenkollisionen muß die Frage gestellt werden, weshalb die Bundesminister von der Möglichkeit zu wenig Gebrauch machen, Personen in Aufsichtsräte von Bundesunternehmen wählen zu lassen, die nicht Beamte sind? Sowohl die Reichshaushaltsordnung als auch die erwähnte Anweisung von Dahlgrün läßt dies durchaus zu. In dem Rundschreiben befindet sich der Hinweis: "... kommen Personen in Betracht, die keine Beamte sind, aber auf bestimmten Gebieten besondere Kenntnisse haben ... ist darauf Bedacht zu nehmen, daß der Bund Persönlichkeiten seines Vertrauens bestimmt, von denen anzunehmen ist, daß sie sich nicht von Interessen leiten lassen, die denen des Bundes entgegenstehen."

Von der materiellen Seite her sind die Probleme der beamteten Aufsichtsräte weitgehend gelöst. Die umfangreiche "Verordnung über die Nebentätigkeit der Beamten" regelt die Geldfrage sehr eindeutig. Wer Mitglied eines Aufsichtsrates oder eines Verwaltungsrates ist, darf als Entgelt behalten:

1.960 DM im Jahr, wenn der Beamte bei einer Gesellschaft im AR ist, oder

2. 1280 DM bei mehreren Gesellschaften oder

3. 1600 DM, wenn er Vorsitzender des AR einer Gesellschaft ist, oder

4. 1920 DM, wenn er mehreren Aufsichtsräten vorsitzt.