„Jack und Jenny“ (Bundesrepublik; Verleih: Nora): Der Film belegt die These von der sozialen Gerechtigkeit auf der Ebene des heruntergekommenen Kinderreims, daß jeder Topf seinen Deckel findet; Victor Vicas, dessen zweifelhafter „Weg ohne Umkehr“ ein Meilenstein in der Entwicklung des kalten Krieges war, hat weder ein Lustspiel noch eine Satire, sondern lediglich einen Schmarren auf die Leinwand gebannt. Der Zuschauer, der vom Plakat herunter mit „frivolen Verführungskünsten“ gelockt wird, geht auf den Leim, den die Hoffmann und Wirth von Zeit zu Zeit mit einrühren. Der halbseidene, aber liebenswerte Maler (Brett Halsey), Jack und seine dralle Jenny (Senta Berger) sind so rechte Gespielen im erotischen Sandkasten der bundesrepublikanischen Moral. Die lockeren Sitten werden kassenträchtig inszeniert, sogar zwei Homosexuelle, wovon der eine bezeichnenderweise ein Schriftsteller in Italien zu sein hat, dürfen sich salbadernd ergehen. Nachdem Jack arriviert ist und eine gelungene Vernissage hinter sich gebracht hat, bekommt er vom Drehbuch seine Jenny. Hatte früher der Adelssproß im Heimatfilm noch deshalb Chancen bei der Müllerstochter, weil er schön war, so wird heute nur noch Kassensturz gemacht, um die Ehemöglichkeit zu ergründen. Der Film ist ein erneuter Beweis dafür, daß der gesellschaftliche Aufstieg im Bett beginnt. Die Zynismen mischen sich fein mit den verspießerten Klischees vom lockeren Künstlervölkchen. phs