Einige Abgeordnete des Bundestages sind auf Bundesverteidigungsminister von Hassel nicht gut zu sprechen. Ohne das Parlament zu fragen, veränderte er die Struktur seines Ministeriums und der Bundeswehrführung. Vergebens hatte das Parlament auf die Vorlage eines Organisationsgesetzes für die Landesverteidigung gewartet. Presseoberst Hasso Viebig: „In diesem Buncestag nicht mehr.“

Der Rahmenplan von Hassels, der am 1. Februar wirksam wird, ist ein Kompromiß zwischen den Wünschen des Parlaments und der Militärs. Alle waren sich klar, daß die Kompetenzen im Ministerium mit seinen 4500 Mitarbeitern anders verteilt werden müssen, wenn der Apparat im Notfall funktionieren soll.

Das Parlament wünschte einen zweiten Staatssekretär, um die Kontrolle über die bewaffnete Macht zu verstärken. Die Militärs wollten größere Unabhängigkeit: Nur der Generalinspekteur sollte im Ministerium bleiben, die vier Inspekteure für Heer, Marine, Luftwaffe und Sanitätswesen sollten ausgegliedert und mit den Truppenämtern vereinigt werden.

Bisher hatten die Abteilungschefs im Ministerium (fünf militärische, sieben zivile) das Recht zum unmittelbaren Vortrag bei Minister und Staatssekretär. Nun wird ein ständiger Vertreter des Staatssekretärs für den zivilen Flügel und der Generalinspekteur für den militärischen Teil zwischengeschaltet. Dem Minister unterstehen direkt nur noch die Abteilung Haushalt und Finanzen mit Unterabteilungen für Planung und Organisation, also die Schlüsselämter.

Minister und Staatssekretär werden von Arbeit entlastet. Kritiker befürchten jedoch, von Hassel entfremde sich zu sehr der Bundeswehr.