BERLIN (Galerie Schüler):

„Kliemann“

Carl-Heinz Kliemann zeigt in der Galerie Schüler am Kurfürstendamm, bis zum 15. Februar, seinen Olevano-Zyklus. Die Blätter sind 1963 entstanden, nach einem Aufenthalt in der Villa Serpentara in Olevano südlich von Rom. Man kennt ihn als einen vorzüglichen Graphiker der Berliner Schule, mit solider Technik und sympathischer Nüchternheit. In den neuen Arbeiten entwickelt er eine interessante Verbindung von Zeichnung und Collage. Mit Feder oder Tusche wird die Landschaft strukturiert. Durch die „collagierten Elemente“, bedruckte Papierschnitzel, wirkt das Bild seltsam illusionistisch und zugleich verfremdet, das feierliche klassizistische Pathos der Campagna erscheint auf eklatante Weise ernüchtert und versachlicht.

BRAUNSCHWEIG (Kunstverein Haus Salve Hospes):

„Marcks“

In einer ganzen Reihe von Städten wird im Laufe des Jahres das Werk von Gerhard Marcks ausgestellt, der am 18. Februar 75. Geburtstag hat. Die umfassendste Dokumentation wird von Köln vorbereitet. Die Auswahl in Braunschweig ist verhältnismäßig klein, 26 Skulpturen, meist kleinen und mittleren Formats. Die großen repräsentativen Figuren und Gruppen, die Denkmäler, die Portale sind ortsgebunden und kommen für Ausstellungen nicht in Betracht. Die Arbeiten reichen vom Beginn der zwanziger Jahre bis zur Gegenwart, Stichproben aus verschiedenen Perioden und den verschiedenen Themenkreisen: Tierplastik (mit dem Großen Hahn von 1950, den wunderbaren Perlhühnern von 1955 und der Hyäne von 1958), Porträt (die Angela-Büste von 1934, berühmtes und auch umstrittenes Beispiel einer beseelten Plastik, und das Heuss-Porträt von 1952), Symbolfiguren wie der gefesselte Prometheus II von 1948. Stark vertreten ist die eigentliche Kleinplastik, Figuren wie Spanischer Fischer, Negertrompeter, Maultierreiter, Alter Tanzmeister, in denen Marcks seiner Neigung zum Erzählen, zur Anekdote, zur humorvollen Pointe freien Lauf läßt, was ihm die Beckmesser als zu literarisch, als künstlerischen Fehltritt ankreiden. Dabei bleibt Marcks auch hier, auch in diesen erzählerischen Figurationen, unbedingt im Metier des Bildhauers. Der Witz liegt in der plastischen Gestaltung, nicht im Sujet. Es geht bei dem Spanischen Fischer nicht um die aufgekrempelten Ärmel und Hosen, sondern um aufgekrempelte Bronze, breite Wülste, in denen sich der Fluß der Linie staut. „Keine Angst vor der Wahrscheinlichkeit, der Ähnlichkeit mit Vorbildern in der Natur“, sagt Marcks. Außer der Plastik sind Holzschnitte, Zeichnungen und Buchillustrationen ausgestellt – bis zum 15. März.

HAMBURG (Kunsthaus Hamburg):