Nicht zuletzt auf Grund der allgemein günstigen Konjunkturlage und des vermehrten Durstes nach Bier, rechnen wir im gesamten Geschäftsjahr 1963/64 bei hoffentlich günstiger Witterung mit einer weiteren Ausstoßzunahme.“ Das schreibt die Dortmunder Hansa-Brauerei AG, Dortmund, als Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Und das Unternehmen, das die Hansa-Kogge als Markensymbol führt, hat offensichtlich Grund für seinen Optimismus: Im abgelaufenen Tätigkeitsjahr (September 1963) konnte der Bierausstoß um 9 Prozent gesteigert werden, während der Zuwachs im Bundesdurchschnitt bei 7,2 Prozent lag.

Welche Höhe die „Produktion“ nun aber erreicht hat, darüber schweigt sich die Gesellschaft aus. „Der Bierausstoß betrug weit mehr als das Sechsfache des Ausstoßes im ersten normalen Nachkriegsjahr 1949/50“ heißt es lediglich. Schon im Vorjahr gab man der Öffentlichkeit und den Aktionären ein ähnliches Rätsel zu lösen. Damals war der Ausstoß „dreimal so hoch wie der höchste je erreichte Ausstoß vor dem Kriege im Jahre 1929/30“.

Wie hoch war er nun im vergangenen Jahr wirklich? Er dürfte etwa bei 720 000 Hektoliter gelegen haben. Zusammen mit der Tochtergesellschaft .Linden-Adler-Brauerei GmbH, Unna, deren Sudhaus auf eine Kapazität von 300 000 Hektolitern ausgerichtet wird, dürfte die Hansa-Gruppe Hektolitermilliardär geworden sein. Auch die Sinalco AG, Detmold, hat als Tochter „zufriedenstellende“ Umsätze gebracht. Die Westdeutsche Getränke (WEGI) GmbH, jedoch wies wieder einen Verlust aus (0,28 Millionen Mark). Kein Wunder, daß Anfang des neuen Jahres in der Geschäftsführung ein „Wechsel eingetreten“ ist.

Bei der Hansa Brauerei haben sich die Umsätze im vergangenen Jahr um 8,1 (6,6) Prozent auf 57,9 Millionen Mark erhöht. Der Personalaufwand für die fast unverändert 750 Beschäftigten stieg um fast 10 Prozent auf 9,95 Millionen Mark.

Die Abschreibungen von 5,1 (5,4) Millionen Mark lagen erheblich über den Investitionen, die nur noch 3,6 (6,1) Millionen Mark betrugen. Das große Investitionsprogramm ist also zunächst abgeschlossen. Erst die Höhe der weiteren Zuwachsraten wird zeigen, ob weitere Großinvestitionen vorgenommen werden.

Der erhöhte Ausstoß, die Investitionspause und die Rationalisierung haben den Gewinn vorteilhaft beeinflußt. Das lassen die auf 3,15 (2,66) Millionen Mark erhöhten Ertrags- und Vermögenssteuern erkennen. Die Aktionäre erhalten deshalb – nach einer Stärkung der Rücklage um eine Million (0,8) Mark – neben der Dividende von 12 Prozent ein Bonus von 2 Prozent. Damit dürften – nach der Ausgabe von Gratisaktien im Verhältnis von 2:1 im Jahr 1961/62 – die Aktionäre sehr zufrieden sein. W. W.