FÜR Primaner, Abiturienten, auch Konfirmanden und andere Kunstbeflissene, die sich an Haftmanns „Malerei des 20. Jahrhunderts“ noch nicht heranwagen und Sedlmayrs Einführung mißtrauen –

Gerd Gaiser: „Moderne Malerei“ – Von Cézanne bis zur Gegenwart; Knorr & Hirth Verlag, München und Ahrbek/Hannover; 252 S. mit 108 Farbtafeln, 24,– DM.

ES ENTHÄLT die drei vorher erschienenen Einzelbände „Alte Meister der modernen Malerei“ (von Cézanne bis Bonnard), „Klassiker der modernen Malerei“ (von Matisse bis Miró) und „Aktuelle Malerei“ (von Arp bis Wols) – jeder Einzelband kostet 9,80 DM. Es fängt mit einer knappen, aber nicht kurzatmigen Einführung in „Die Zeit und ihre Richtungen“ an. In einem ausführlichen Textteil folgt die Analyse der 108 Gemälde, die dann in ganzseitigen Farbreproduktionen den Band beschließen.

ES GEFÄLLT wegen des handlichen Formats, der ausgezeichneten Typographie, der sorgfältigen Farbwiedergaben und anderer äußerer Vorzüge. Außerdem ist der Autor ein nicht ganz unbekannter Schriftsteller, der seine und anderer Leute Gedanken klar zu formulieren versteht. Für Leser, die mit Gaisers Biographie nicht vertraut sind: Es handelt sich nicht etwa um den Ausflug eines Romanciers in ein ihm fremdes Metier. Gaiser hat über spanische Barockplastik promoviert, er ist noch immer im Haupt- oder Nebenberuf Maler und Kunsterzieher. Was an seinem Buch, neben Stil und Sachkenntnis, besonders gefällt, ist seine Haltung zur modernen Malerei. Gaiser betrachtet ihre Entwicklung mit Sympathie, aber nicht ohne Kritik und Distanz. g. s.