Worte der Woche

„Wo geschossen wird, haben die Kommunisten ihre blutigen Finger am Abzug. Ihre Politik ist Menschenverachtung. Ihre Waffe ist der Tod.“

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„Anti-US-Imperialistische Kräfte, vereinigt euch!“

Pekinger Volkszeitung

„Wer brüllt, zeigt nur seine eigene Unsicherheit.“

Kai-Uwe von Hassel zu Unteroffizieren

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„Töchter sind nun einmal ein Problem für die Väter, und es gibt eben mehr katholische als protestantische Prinzen.“

Prinz Bernhard der Niederlande

Neue Offerte aus Pankow?

Ulbricht hält einen neuen Köder bereit, der die Bundesregierung zu gesamtdeutschen Gesprächen auf höherer Ebene verleiten soll: Das Angebot einer Amnestie für politische Häftlinge in beiden Teilen Deutschlands. In absehbarer Zeit könnte also der Bundeskanzler einen Brief aus Pankow mit einem entsprechenden Angebot erhalten. Nach der bisherigen Praxis müßte das Schreiben ungeöffnet zurückgehen. Ulbricht, der sich in letzter Zeit sehr beweglich gibt, könnte aber die Bundesregierung mit dem Angebot der Befreiung von 12 000 Häftlingen zwingen, von liebgewordenen Vorstellungen in der Deutschlandpolitik abzulassen und sich etwas Neues einfallen zu lassen.

„Dogmatiker“ mußte gehen

Abgesetzt wurde der Leiter der Kulturredaktion des SED-Organs „Neues Deutschland“, Willi Köhler. Der Altkommunist war ein Exponent des „harten“ Flügels in der SED. Köhler wird „eine andere wichtige Aufgabe in der Redaktion“ übernehmen. An seine Stelle rückt ein Vertreter der jungen Parteigarde, der Leipziger FDJ-Sekretär Klaus Höpcke. Die Redaktion des „Neuen Deutschland“ war in FDJ-Kreisen wiederholt als „Bastion der Dogmatiker“ angegriffen worden.

Westkontakte

Neue Kontakte zur FDP versucht die ostdeutsche LDPD herzustellen. In Hamburg führte der stellvertretende Generalsekretär der „Liberaldemokraten“, Kurt Wünsche, Gespräche mit FDP-Politikern. Den „Erfolg“ in Hamburg meldete er nicht nur seinen Ostberliner Auftraggebern, sondern auch der Deutschen Presseagentur. Da nach einem Beschluß des FDP-Bundesvorstandes westdeutschen Liberalen Kontakte mit Vertretern der kommunistisch gelenkten „Bruderpartei“ untersagt sind, blieb Wünsches desavouierten Hamburger Gesprächspartnern nur noch das Dementi.

Ausverkauftes Kino

Bis zum 1. April sind die 3500 Plätze des Rossija-Filmtheaters in Moskau ausverkauft. In dem Kino läuft ein neuer Film über den Stalinismus: „Schweigen.“ Dreieinhalb Stunden lang können die Sowjetmenschen auf der Leinwand die Geschichte eines Kriegshelden miterleben, der gegen den stalinistischen Polizeistaat kämpft: gegen falsche Anschuldigungen, opportunistische Karrieristen und korrupte Beamte. Er findet sein Recht erst nach dem Tode Stalins.