The Beatles (die Käfer) sind vier Jünglinge von normalem menschlichem Wuchs, aber ungewöhnsingen. Haarschnitt. Drei von ihnen schlagen die Gitarre, einer bedient das Schlagzeug, alle vier singen. Als sie 1962 auf der Hamburger Reeperbahn auftraten, waren sie noch fast unbekannt; kürzlich sagte Sir Lockwood, Präsident eines Schallplattenkonzerns, 1963 werde als „das Jahr der Beatles“ in die Geschichte seiner Branche eingehen: 1963 wurden mehr als drei Millionen Käfer-Platten verkauft. Der Einfluß wirkt sich auch schon auf andere Industrien aus: Die Strickwarenfirma Weldons of Peckham Ltd. in London verziert ihre Rollkragenpullover mit Beatles-Wappen; erste Vorbestellungen sollen schon aus Deutschland vorliegen. In den USA formt ein Konditor Torten nach den Beatles-Köpfen; der Hersteller der Bonbons „Baby-Jelly“ macht Rekordumsätze, weil alle lutschen wollen, was die Beatles lutschen; Königshäuser und Diplomaten laden die Käfer zu Empfängen; in England hat eine Monatsschrift mit dem Titel „The Beatles Book“ seit einem halben Jahr Erfolg, die Beatles führen die „Hit-Listen“ an, zuletzt mit dem Schlager „I want to hold your hand“; sie sind „Top-Stars“ – allerdings nicht mehr auf den britischen Inseln: Man hat, was den Käfer-Genuß angeht, genug. Aber die Welle schäumt noch so kräftig, daß davon ein Quartett der gleichen Sorte ans kontinentale Gestade getragen wurde: Die „Searchers“, auf deutsch: die „Sucher“. Sollten sie Beifall gesucht haben, so haben sie ihn in Hamburg gefunden – auch wenn er sich an Gewalt nicht mit dem amerikanischen für die „Beatles“ messen kann:

Yay, yay, yay, yay, röhrte es aus den britischen Kehlen. „Yay, yay, yay, yay“, stöhnten tausend amerikanische Teenager. „I just love him, love him, love him“, schrie die Vierzehnjährige, ehe sie vor den Kameras, angesichts der Nation, in rhythmischen Zuckungen, mit verdrehten Augäpfeln vom Parkettsitz glitt.

Elvis Presley ist Historie. Die Beatles kamen, wurden gesehen, siegten. Gehört wurden sie weniger, weil das Kreischen der Beatle-Maniacs selbst die RCA-hi-fi-Verstärker hinter den drei Gitarren und dem Schlagzeug übertönte. Leider, denn sie spielen ihren Rock’n’roll gar nicht übel.

„Seid ihr aus England herübergekommen, um euch an Amerika zu rächen wegen unseres Unabhängigkeitskrieges?“, fragte ein Washingtoner Reporter sarkastisch. Antwort der Beatles auf der Pressekonferenz: „No, Sir. Wir haben den Dollar gern, genauso wie Onkel Sam.“

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Die Rundfunksender unterbrachen ihr Programm, um in Sondermeldungen anzusagen, daß die Beatles wegen schlechten Flugwetters mit der Eisenbahn kämen. Die Teenager stürmten den Bahnhof. Die Zeitungen drucken Ratschläge für verzweifelte Eltern. Man möge einfach zustimmen. Ja, die Beatles seien great, sie seien sogar „cool“. Der Sturm werde sich legen, wie die Presley-Hysterie vorübergegangen sei.

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