Politisch ist die Südafrikanische Union ein Land, das in Europa durch den Versuch, seine besonderen Bevölkerungsprobleme durch Apartheid zu lösen, auf Unverständnis und Befremden gestoßen ist. Als touristisches Zukunftsland hat es sich, nicht zuletzt in der Bundesrepublik, durch die rührige Arbeit seines in Frankfurt eröffneten Reisebüros „Satour“ einen besonderen Ruf erworben, und da bei der allgemeinen Aufwärtsentwicklung des Touristenverkehrs auch weite Distanzen keine hemmende Rolle mehr spielen, ist die Hoffnung dieses verkehrstechnisch und wirtschaftlich am besten entwickelten Reiselandes des Schwarzen Kontinents berechtigt, daß es immer mehr Europäer und Amerikaner anziehen wird, falls seine politischen Verhältnisse sicher bleiben. Viele Besucher, die heute das Land bereisen, wollen sich dort ein eigenes Bild auch von der politischen Situation machen.

Die südafrikanische Feriensaison beginnt, wenn bei uns der erste Rauhreif fällt. Winterurlaub haben die Südafrikaner im Hochsommer, doch mutet dieser Winter wie ein nordeuropäischer Frühherbst an. Um diese Zeit (April bis August) ist es in Kapstadt zum Baden zu kühl, doch am Strand von Durban herrscht dann ein wimmelndes Leben. Vor allem Natal und Transvaal haben ein ideales Klima; zu keiner Jahreszeit ist es zu heiß oder zu kalt.

Man kann in der Südafrikanischen Union das ganze Jahr hindurch mit einem sonnigen Ferienwetter rechnen. Der südafrikanische Frühling verwandelt das Land in einen blühenden Garten, und ein halbes Jahr später, im März und April, werden Weintrauben, Äpfel und Kirschen geerntet. Das Wild im Krüger-Nationalpark kann man am besten zur Trockenzeit, von Mai bis Oktober, beobachten. Für den Rest des Jahres ist nur der Südteil des riesigen Reservates geöffnet, doch dann sind auch der Hluhluwe-Tierpark, der Ado-Elefantenpark, der Kalahari-Gemsbockpark und der Etoscha-Wildschutzpark zugänglich.

Die Badestrände und Wildreservate sind die hervorragendsten Anziehungspunkte Südafrikas. Sie bieten nicht nur Erholung, exotisches Naturerleben und bequeme, preiswerte, mit gutem Service ausgestattete Hotels, sondern ganz besonders Weite. In Südafrika erfährt der Europäer, wie eng und übervölkert, sein eigener Kontinent ist.

Am unabhängigsten fühlt man sich, wenn man ein Auto mietet und einige Wochen über Land fährt. Schon am Flugplatz oder im Hafen kann man Leihautos bekommen. Die Überlandstraßen sind wohltuend leer; sie führen zu den Diamantenminen von Kimberley und zu den Eingeborenenreservaten der Zulu, Swazi und Xhosa.

An der abwechslungsreichen „Gartenroute“ zwischen Kapstadt mit der reizvollen Kaphalbinsel (Wahrzeichen der 1082 Meter hohe Tafelberg) und Port Elizabeth im Indischen Ozean liegen die Straußenfarmen von Oudtshoorn und die weitläufigen Cango-Höhlen, die romantische Wilderness und die Plettenberg Bay. Die bizarre Landschaft der Drakensberge wechselt mit menschenleeren Hochplateaus. Und natürlich wird man sich die längste Zeit in den Nationalparks aufhalten, um hier die Zebras, Antilopen und Giraffen und an anderer Stelle die Löwen, Nashörner und Elefanten zu beobachten. In vorzüglich eingerichteten Bungalow-Dörfern findet man dort Unterkunft. Die Mahlzeiten sind nach englischem Geschmack, und die Hotels und Motels (ein Luxus-Motel mit 41 Häuschen mit Doppelzimmern und Bad wurde kürzlich bei dem Städtchen Colesberg in der Kapprovinz eröffnet), haben europäischen Standard. Eine frühzeitige Unterkunftsreservierung ist empfehlenswert, denn in der Hauptreisezeit vermag das Zimmerangebot mit der Nachfrage kaum Schritt zu halten. Jährlich werden in der Südafrikanischen Republik mehr als 100 000 Übernachtungen deutscher Besucher gezählt; sie nehmen in der südafrikanischen Fremdenverkehrsstatistik hinter den Engländern die zweite Stelle ein. Es handelt sich dabei nicht nur um Geschäftsleute, die ihre Berufsreise mit einem Ferientrip verbinden, sondern um Touristen, die die ungewöhnlich lange Zeit von durchschnittlich vier Wochen in Südafrika verbringen. (Die Durchschnittsreisezeit der Deutschen beträgt 14 Tage). Viele von ihnen machen unterwegs Abstecher zu Verwandten in Südwestafrika, in Laurenco Marques, der schönen Hauptstadt Mocambiques, sowie zum Wankie-Tierpark und zu den Viktoria-Fällen in Südrhodesien.

Auch das Bantu-Territorium Transkei ist nach der Gewährung der regionalen Autonomie unter einer eigenen Regierung für Besucher offen.