Von Schopenhauer stammt das Wort: „Denn es beschämt zu oft leider den Menschen der Hund“ – ein handliches Zitat für alle diejenigen, die mit lauterem Herzen geneigt sind, Tiere zu überschätzen.

Die „einfache und wahre Geschichte“ eines echten Überhundes wird in einem schmalen Bändchen erzählt –

Elvio Barlettani: „Lampo fährt wohin er will“, aus dem Italienischen von Yvonne Meier-Haas; Ullstein Verlag, Darmstadt; 141 S., 16 Photos, 7,80 DM.

Der Held Lampo, ein Bastard unbekannter Herkunft, tauchte 1953 in der Bahnstation Campiglia am Tyrrhenischen Meer auf, wählte sie sich zum Wohnsitz und starb dort unter den Rädern einer Lokomotive im Juli 1961. In dieser Zeit war er einer der meistphotographierten Hunde der Welt geworden, eine vierbeinige Reklame der italienischen Eisenbahn und ein bisher ungelöstes Problem der Wissenschaft. Lampo fuhr für sein Hundeleben gern mit der Eisenbahn und kreuzte auf den Schienensträngen quer durch Italien, wobei er durch überlegtes Umsteigen immer wieder nach Campiglia zurückkehrte. Im Nahverkehr kannte er den Fahrplan besser als der Stationsvorsteher und wußte genau, welche Züge er benutzen mußte.

Das alles wird von einem Eisenbahner dieser Station erzählt, die nach Lampos Tod wieder in ihre vorherige Bedeutungslosigkeit zurücksank: schlicht und mit einer Mischung aus Rührung und Begeisterung. Es ist nicht der Stil, durch den sich dieses Buch auszeichnet, sondern nur die unwahrscheinliche Geschichte, die alle Tierfreunde fesseln wird. U. K.