Die vier Wochen waren umsonst, mir geht’s kein bißchen besser." Solch hartes Urteil eines Angestellten nach einem Heilverfahren, gerichtet an die Adresse der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA), wirft Fragen auf, die in der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Dabei geht es keineswegs um mangelnde ärztliche Betreuung.

Die Angestelltenversicherung sieht in der Gesundheitsfürsorge eine der wichtigsten Aufgaben. 1955 zum Beispiel wurden etwa 72 000 Heilverfahren für Angestellte durchgeführt. Die Kosten dafür betrugen 86 Millionen DM. Die Aufwendungen. für 1962 stiegen bereits auf 220 Millionen DM für 185 000 Heilverfahren,

Im Jahre 1962 sind allein aus der Angestelltenversicherung im Durchschnitt monatlich über 12 000 kranke Angestellte in einen Kurort gefahren, um ihre Leiden heilen zu lassen. Das bedeutet, allein die BfA brauchte monatlich über 12 000 Betten, die die Patienten aufnehmen konnten. Und hier liegt die Ursache mancher Kritik.

Die BfA verfügt selbst nur über zehn eigene Häuser; sechs davon für Behandlungen allgemeiner Krankheiten und vier für Tbc-Kranke. Daneben verfügt die Angestelltenversicherung über eine große Zahl von Vertragsanstalten in allen Kurbädern.

Vertragsanstalten können gut sein, in vielen Fällen aber eigene Sanatorien nicht ersetzen. Zehn eigene Häuser für die Erhaltung der Arbeitskraft der Angestellten sind einfach zu wenig.

H. D.