BERLIN (Galerie Schüler):

"Fred Thieler"

Beim Künstlerbund in der Berliner Hochschule sieht man als eines der stärksten Werke ein Triptychon von Fred Thieler. Die Galerie Schüler, die Thieler 1955 zuerst ausstellte, zeigt – bis zum 18. April – ein Dutzend weiterer Arbeiten, alle aus dem letzten Jahr und in der gleichen Technik gearbeitet, einer Kombination von Malerei und Collage. Die Leinwand wird mit gerissenem Papier präpariert, die winzigen Papierfetzen werden aber von der Malerei weitgehend überströmt und überlagert, so daß sie sich nur noch als blitzende Splitter ins Bild fügen. Der hierdurch erreichte Effekt ist nicht einmal so wichtig, wie Thieler, der diese ihm neue Technik systematisch durchexerziert, anzunehmen scheint. Die neuen "Flächenreliefs" verdanken ihre außerordentliche Wirkung nicht der Collagetechnik. Sie sind reine Malerei, die nicht nur schöne und seltene Farbkonstellationen schafft, Zeit und Gegenwart nicht nur symbolisiert oder assoziiert, sondern im Bild herstellt.

HAMBURG (Kunsthaus):

"Beckmann – Graphik"

134 Blätter, etwa ein Drittel des graphischen Ge– samtwerks, sind in Hamburg bis zum 12. April ausgestellt, eine nachträgliche Erinnerung an Beckmanns 80. Geburtstag. Die Auswahl reicht von 1911 bis 1946, deutlich markieren sich die beiden Einschnitte, die den kontinuierlichen Fortgang unterbrechen: der Weltkrieg und die Emigration. Man sieht, in der chronologischen Folge der Blätter, wie der weich modellierende, vibrierende und unverbindliche Glanz der frühen Blätter abrupt endet, wie in den Kriegsjahren die Themen und die Konturen hart werden. Es folgen die großen Zyklen der Nachkriegsjahre: Die Hölle, Stadtnacht, Jahrmarkt, Berliner Reise und die Einzelblätter, vor allem Bildnisse und Selbstbildnisse. Beckmann allein mit sich, ein kühler Betrachter. Nach einer langen Pause beginnt er erst in der Emigration wieder mit Graphik. Das Hauptwerk der späten Jahre ist die in New York edierte Lithographienfolge "Day and Dream", erinnerte Bruchstücke, Wachträume. Beckmann hat im Gegensatz zu den anderen Meistern der zeitgenössischen Graphik nur in Schwarzweiß gearbeitet. Farbe wäre zu schön, zu dekorativ, zu liebenswert für das, was er in der Graphik zu sagen hatte.

WUPPERTAL (Kunst- und Museumsverein):