Wieder einmal streiten sich Krankenkassen und Ärzte um die Honorare. Was für die einen Kosten sind, sind für die anderen Einkommen. Grundlage für die ärztliche Honorarberechnung ist die amtliche Gebührenordnung, nämlich die aus dem Jahre 1896 stammende Preugo (Preußische Gebührenordnung). Sie legt Mindest- und Höchstsätze für alle ärztlichen Verrichtungen fest. Für den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen nur die Mindestsätze zugrundegelegt werden. Diese Mindestsätze gelten jedoch nicht unmittelbar. Vielmehr wird mit ihrer Hilfe nachgewiesen, was die Kassen zahlen müßten, wenn es ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit erlauben würde. Gegenwärtig decken sich etwa der so errechnete "Leistungsbedarf" und die tatsächliche Honorarleistung der Kassen. Werden jedoch die (zuletzt 1957 erhöhten) Mindestsätze der Preugo den ärztlichen Forderungen entsprechend erneut angehoben, dann hinken die Kassen gewissermaßen hinter dem "Soll" so lange her, bis in den üblichen Verhandlungen mit den ärztlichen Vertragspartnern die Lücke wieder geschlossen ist. Die Ärzte haben bei dem für die Preisverordnung zuständigen Bundeswirtschaftsministerium eine Anhebung der Mindestsätze der amtlichen Gebührenordnung um 44 Prozent und der Höchstsätze um 50 Prozent beantragt.