FÜR Freunde einer sich seit zwei Jahrzehnten entwickelnden Kunstform, der Pantomime – Jean Soubeyran: "Die wortlose Sprache – Lehrbuch der Pantomime", aus dem Französischen von Ellen Dorn, illustriert von Angelika Lülsdorf; Reihe Theater heute 4, Friedrich-Verlag, Velber bei Hannover; 100 S., 30 Abb., 11,80 DM.

ES ENTHÄLT drei Teile: Der Stil der Pantomime, Imaginative Körpertechnik, Die dramatische Improvisation.

ES GEFÄLLT, weil der Verfasser mit eindrucksvoller Einfachheit Begriffe klärt, Bewegungen beschreibt, Situationen analysiert und mit einer Auswahl von praktischen Übungen auch solchen Lesern Urteilsmaterial vermittelt, die als Zuschauer nicht wie Blinde vom Licht reden möchten. Der Autor ist wie Marcel Marceau und Jean-Louis Barrault Schüler von Etienne Decroux gewesen. Da dieser Klassiker der Pantomime über seine Theorie schweigt, kommt neben Barraults Äußerungen diesem "Lehrbuch" grundlegende Bedeutung zu. Soubeyran, der übrigens fließend deutsch spricht, hat nicht nur an Brecht- und Felsenstein-Inszenierungen in Berlin mitgearbeitet. Er unterrichtet in regelmäßigen Kursen auch deutsche Schauspielschüler an den Hochschulen in Stuttgart und Hannover. Seine eigene Praxis greift über Decroux’ mime pur hinaus. Als "moderne Pantomime" eignet sie sich auch zur Erweiterung der schauspielerischen Ausbildung. J.J.