In den Besitzverhältnissen der N.V. Philips Gloeilampenfabrieken, Eindhoven, hat sich im vergangenen Jahre eine leichte Verschiebung ergeben: Der holländische Anteil am Kapital der Gesellschaft verringerte sich 1963 von 39 auf 33 Prozent. Zurückgegangen ist auch der in USA liegende Anteil, der jetzt 33 (35) Prozent beträgt "Interessanter" ist die Philips-Aktie dagegen in der Schweiz und in Frankreich geworden, wo sich nach jeweils 10 nunmehr 15 und 12 Prozent des Kapitals befinden. In Großbritannien liegen unverändert 4 und in der Bundesrepublik 2, während auf Österreich und Belgien zusammen etwa 1 Prozent entfällt.

In der holländischen Konzernverwaltung stellt man sich nicht zu Unrecht die Frage nach der Gründen für das relativ geringe Interesse des deutschen Publikums an der Philips-Aktie; der deutsche Anteil ist seit der Börseneinführung im Jahre 1958 nahezu konstant. Tatsächlich hat ja der Philips-Konzern dem Anleger durchaus etwas zu bieten. Die Wachstumskurve der Gesellschaft verläuft seit Jahren ohne Unterbrechung ansteigend; die Umsatzzuwachsraten von 16, 14, 4. 12 und 12 Prozent in den letzten fünf Jahren sind ein deutlicher Beweis dafür, daß Philips in dem lebhaften Wettbewerb gut zurechtkommt Schließlich fahren die Philips-Aktionäre auch mit der Ausschüttungspolitik des Unternehmens keineswegs schlecht. Zwar ist die seit fünf Jahren unverändert gebliebene Dividende von 16 Prozent auf Stamm- und 8 Prozent auf Vorzugsaktien vielleicht ein "optischer" Schönheitsfehler, aber die ebenfalls unverändert gewährte Aufbesserung der Ausschüttung durch eine fünfprozentige Stockdividende (zu Lasten der Agio-Rücklage) macht das Bild erheblich freundlicher. Mit den Gratisaktien vermehrt sich das dividendenberechtigte Kapital, woraus sich für die Aktionäre eine bessere Rendite ergibt. 1963 weist Philips ein Stammaktienkapital von 920 (875) Millionen Gulden und Vorzugsaktienkapital in Höhe von 144 Millionen aus.

Der Kommentar der Eindhovener Verwaltung zu dem Geschäftsjahr 1963 lautet: "Wir sind nicht unzufrieden!" Das sagte der Sprecher des Vorstands, Direktor Breek. Er wollte damit ausdrücken, daß die günstige Entwicklung der Philips-Gruppe die Erwartungen übertroffen hat. Vor Jahresfrist war die Prognose der Verwaltung zurückhaltend gewesen. Philips hat mit einer Umsatzsteigerung von 6,22 auf 5,5 Milliarden Gulden die bisher höchste absolute Zunahme des Geschäftsvolumens erzielt. Wie die Verwaltung betont, stand die Umsatzentwicklung nicht nur im Zeichen einer günstigen Konjunktur – die fast ausnahmslos in allen, für Philips interessanten Ländern herrschte –, sondern sie war auch dem Erfolg einer Reihe neuer Erzeugnisse sowie der verbesserten Ausführung vieler traditionellen Produkte zu danken. Umsatzsteigerungen gab es in allen Produktionssparten des umfangreichen Konzernfächers. Weit überdurchschnittliche Erfolge hatten Haushaltsgeräte und die Gruppe Fernmeldetechnik zu verzeichnen, wo jeweils Zuwachsraten von nicht weniger als 27 Prozent erreicht wurden.

Mit welchen Umsatzanteilen die einzelnen Gebiete des Philips-Programms an dem Gesamtgeschäft des Konzerns beteiligt sind, verrät die Verwaltung nicht; dazu heißt es lediglich, daß sich die globale Aufteilung des Absatzes, wonach zwei Drittel auf den Konsumgüter- und ein Drittel auf den Investitionsgütersektor entfallen, nicht geändert hat.

Die mengenmäßige Umsatzzunahme ist in den letzten Jahren wiederum größer gewesen als der wertmäßige Anstieg. Direktor Bleek erwähnte, daß Philips eine durchschnittliche Preissenkung um 1,7 Prozent vorgenommen habe, das sei auf Grund des scharfen Wettbewerbs in verschiedenen Geschäftsbereichen nicht zu vermeiden gewesen.

Die Gewinnspanne sei weiterhin – so heißt es im Geschäftsbericht – durch den starken Anstieg der Löhne, Gehälter und Sozialkosten in nahezu allen wichtigen Ländern, in denen die Gesellschaft tätig ist, beeinflußt worden. Aber mit einer beträchtlichen Erhöhung der Produktivität konnten, so wird betont, die negativen Auswirkungen großenteils ausgeglichen werden. Es ist beispielsweise bemerkenswert, daß die Konzernbelegschaft, die den höheren Umsatz bewältigt hat, nicht nennenswert (nur auf 234 000 [233 000]) gestiegen ist, wobei allerdings die dafür aufzuwendende Summe mit 2,15 nach 1,98 Milliarden Gulden ganz erheblich höher ausgefallen ist. Der für das Berichtsjahr ausgewiesene Reingewinn von 366 Millionen Gulden bleibt mit einer Zunahme von 7 Prozent beträchtlich hinter der Umsatzsteigerung zurück.

Der im Unternehmen verbliebene Gewinn wird mit 175 Millionen nach 161 Millionen angegeben, das sind immerhin 48 Prozent des Reingewinns. Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand eine weitere Umsatzsteigerung, allerdings eine im Vergleich zum Berichtsjahr geringere Zuwachsrate. Es wird auch weiter mit kostenerhöhenden Faktoren und einem scharfen Wettbewerb in verschiedenen Geschäftsbereichen gerechnet, jedoch vertraut man in Eindhoven gleichzeitig auf ausreichende Kompensationsmöglichkeiten durch eine Erhöhung der Produktivität. Der Reingewinn – so hieß es in der Pressekonferenz – werde höher ausfallen als 1963. Ingrid Neumann