Über den Sand geht es sich noch am leichtesten ins Meer, denn jeder Fels ist knapp unter Wasser mit Seeigeln bestückt. Von den Felsen muß man einen weiten Satz machen, möglichst ins tiefe Wasser und möglichst an einer Stelle, wo man nicht auf einem gezahnten Unterwasserfelsen landet.

Kaum sind die Luftblasen vor dem Brillenglas aufgestiegen, wird es still; die Bewegungen verlangsamen sich, passen sich der Dünung an. Die ersten Fische fallen auf, Seesterne, Schwämme, der Tang. Die Harpune wird gespannt und gesichert, die Jagd beginnt. Was meist vor den Dreizack kommt, macht sich unter Wasser zwar gewaltig aus, bei Luft besehen sind’s nur kleine Schwänze, die schwach am Widerhaken zappeln. Manchmal sinkt nach dem Schuß ein Fisch in zwei Teilen zu Boden; er kann nicht groß gewesen sein. Manchmal entwischt einer mit lässigem Flossenschlag um Zentimeter der Harpunenspitze.

Diese Kammerjägerei wird dann uninteressant, wenn man in fünfzehn Metern Tiefe eine Höhle mit Zackenbarschen sichtet oder gar eine Muräne aus einem Spalt droht: Muränen, mit Giftzähnen und schlangengleichem Körper, sind geschmeidige Gegner. Oft ist nur ihr spitzer Kopf auszumachen, und wenn sie beim ersten Schuß nicht sicher im Nacken erwischt werden, greifen sie leicht an. Ihr Biß lähmt, die Fischer retten sich dann mit Sliwowitz, trinken viel und massieren ihn in die Wunde. Ein Arzt muß trotzdem sofort konsultiert werden.

Giftig sind auch die Petermännchen. Schlitzäugig lauern sie auf den Steinen und ritzen ihr Opfer im Vorbeihuschen mit den Rückenvon Sporttauchern wird nur noch sich selbst unter Wasser begegnen.

Nach vier Wochen Tauchen ist das Landleben fremd und bedeutungslos geworden. Das Salz hat die Haare verklebt, die Haut ist gespannt von Sonne und Wasser, die Bewegungen sind auf das Anpirschen der Beute trainiert. Es wird lästig, zwischen den Wänden zu schlafen. Man nimmt seinen Schlafsack und legt sich auf eine Klippe. Ab und zu ein fernes Brummen oben, Positionslichter, irgend ein Flugzeug, aber man denkt an Sternschnuppen, die über den Himmel ziehen und sich im Wasser spiegeln.