Von Ludwig Marcuse

Es gab in Deutschland in den anderthalb Jahrzehnten vor 1933, vom Jahre der kleineren bis zum Jahre der größeren Niederlage, neben Lyrik und Drama auch eine blühende philosophische Literatur.

Die folgende, sehr unvollständige Liste wird hergesetzt, um die modisch-ressentimentalische Verkleinerung der Zwanziger (nachdem sie ein paar Saisons hindurch grell illuminiert worden waren) lächerlich zu machen. Es kommt nicht auf das heutige Urteil aus historischer Perspektive über Faschisten und Stalinisten in spe an, sondern auf das strotzende Leben dieser Bücher damals –

1918: Spengler, "Der Untergang des Abendlandes"

Simmel, "Der Konflikt der modernen Kultur"

Bloch, "Geist der Utopie"

1919: Jaspers, "Psychologie der Weltanschauungen"